Kosten senken, Fallzahlen erhöhen, das medizinische Angebot konzentrieren – das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) stand zuletzt unter gehörigem Druck und sah sich daher zum Handeln gezwungen. Vor diesem Hintergrund befasste sich der Verwaltungsrat mit der Frage, inwieweit das medizinische Leistungsangebot am Spital-Standort Laufenburg redimensioniert wird.

Hierfür standen zwei Szenarien im Raum. Szenario 1 sah vor, dass künftig die stationäre Chirurgie nach Rheinfelden verlegt und abgeklärt wird, ob die Notfallstation beibehalten wird. Bei Szenario 2 wären in Laufenburg nur noch ein Pflegeheim und die ambulanten Sprechstundenerhalten geblieben, berichtete die "Aargauer Zeitung".

Umsetzung des Beschlusses ab 1. September

Gestern Mittag verkündete der GZF-Verwaltungsrat seine Entscheidung: Per 1. September wird Szenario 1 mit Zusatz umgesetzt. Der Zusatz bedeutet, dass in den chirurgischen Fachbereichen lediglich die operativen Patienten zukünftig in Rheinfelden konzentriert werden. Die Patienten, die nicht operiert werden müssen, können jedoch weiterhin, unabhängig von der jeweiligen Fachdisziplin, weiterhin am Standort Laufenburg behandelt werden. "Dies war ursprünglich im Szenario 1 nicht vorgesehen und stellt einen wichtigen Mehrwert dar", sagt GZF-Verwaltungsratspräsidentin Katharina Hirt.

Neben der nicht-operativen Chirurgie und Orthopädie bleiben die stationäre innere Medizin, die 24-Stunden-Überwachungsstation, der 24-Stunden-Notfallbetrieb, das Pflegeheim sowie das gesamte ambulante Angebot am Standort Laufenburg erhalten. "Mit diesem Entscheid ist die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gewährleistet. Im Weiteren finden die Hausärzte im Spital Laufenburg nach wie vor fachliche Unterstützung", sagt Hirt. Für die Entlastung der Hausärzte im oberen Fricktal sei vorgesehen, dass das GZF weiterhin die Notfalltelefone in der Nacht und am Wochenende entgegennähme und so die Triage vornähme.

Rund zehn Vollzeitstellen werden abgebaut

Mit der Entscheidung, dass zukünftig im Spital in Laufenburg nicht mehr operiert wird, geht ein Abbau von rund zehn Vollzeitstellen einher. "Es gibt keine Entlassungen" , betont GZF-Leiterin Anneliese Seiler.

So sei die Hälfte der zehn Vollzeitstellen, die abgebaut werden, derzeit nicht besetzt. Die restlichen fünf Stellen sollen in den nächsten neun Monaten durch die "natürliche Fluktuation" abgebaut werden. Eine weitere personelle Änderung ist, dass Priska Grünig zusätzlich zu ihrer Funktion als Chefärztin der medizinischen Klinik in Laufenburg zur ärztlichen Leiterin für den Standort in Laufenburg ernannt wird.

Wichtig, um das medizinische Leistungsangebot am Standort Laufenburg über die nächsten Jahre in dieser Form aufrechterhalten zu können, sind die Patienten-Zuweisungen durch die Hausärzte. "Wir werden diese Zahlen laufend beobachten", sagt Hirt.

Laut Grünig sei es daher entscheidend, dass die Hausärzte ihre Patienten am Standort Laufenburg in "guten Händen wüssten." Eine Aufgabe sei es daher, das Vertrauensverhältnis zwischen den Hausärzten im oberen Fricktal und den GZF-Ärzten am Standort Laufenbug weiter zu stärken.

Im Vorfeld der Szenario-Entscheidung wurden einige Stimmen laut, die meinten, dass Szenario 1 nur ein Zwischenschritt zur Besänftigung sei, weil mittelfristig Szenario 2 umgesetzt werde. Hirt widerspricht dieser Ansicht. "Basierend auf dem angepassten Leistungsauftrag des Standortes Laufenburg werden wir uns auch für die Spitalliste 2020 bewerben", sagt sie. Der Wiedererlangung eines Leistungsauftrages blicke der Verwaltungsrat mit Zuversicht entgegen.