Die dort hergestellten Medikamente dienen der Behandlung verschiedener Typen von Leukämie, wie das Unternehmen in einer Mitteilung darstellt. Die kommerzielle Herstellung soll im ersten Quartal 2020 starten. Bisher hat Novartis in dem Produktionsbereich 185 neue Stellen geschaffen, 265 weitere sollen folgen. Zur Realisierung des Vorhabens nimmt Novartis innerhalb von drei Jahren 90 Millionen Franken in die Hand.

„Stein ist ein globaler Schlüsselstandort für Neueinführungen unserer Medikamente in festen und flüssigen Darreichungsformen“, sagte Steffen Lang, Mitglied der Novartis-Geschäftsleitung, in einer auf der Hompage des Unternehmens veröffentlichten Mitteilung. „Der Aufbau der neuen Produktionsanlage ist eine weitere Investition in den Schweizer Standort und in die Herstellung von bahnbrechenden, zellbasierten Therapien, die das Leben von Patienten verbessern können.“

Die neue Technik wird in einem neu errichteten Gebäude in Stein seit August 2018 eingeführt. Der Neubau beherberge neben CAR-T-Zelltherapien auch die Herstellung von innovativen, schwierig herzustellenden festen Darreichungsformen, so Novartis. Nach nur einem Jahr Projektphase sei im September die erste klinische Produktion von Kymriah in Stein erfolgreich abgeschlossen worden. Die kommerzielle Herstellung soll nach erfolgter behördlicher Zulassung beginnen. Damit rechnet Novartis in den nächsten Monaten.

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Bisher sind in Stein laut Novartis rund 185 neue Stellen in der Zell- und Gentherapie geschaffen worden, mit einem Potenzial von bis zu 265 weiteren Positionen im Verlauf der nächsten Jahre. „Novartis legt großen Wert darauf, eigene Mitarbeitende in diesem zukunftsweisenden Bereich auszubilden und weiterzuentwickeln“, kommentiert Matthias Leuenberger, den Länderpräsidenten von Novartis Schweiz.

Fast alle der im neuen Bereich Mitarbeitenden seien zuvor in der traditionellen chemischen und pharmazeutischen Produktion der Novartis Standorte in Basel, Schweizerhalle und Stein beschäftigt gewesen, wo die stärksten Einschnitte ins Personal vorgenommen werden. Die Bedeutung dieser traditionellen Produktion nehme ab, weil der Portfoliotrend hin zu vermehrt kleinvolumigen, schwierig herzustellenden und hochkomplexen Produkten gehe. Die Mitarbeiter seien in einem speziellen mehrmonatigen Trainingsprogramm für ihre neuen Aufgaben in der Produktionsanlage für Zell- und Gentherapien geschult.

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Anders als bei der herkömmlichen Herstellung von Medikamenten wird bei Zell- und Gentherapien für jeden Patienten eine persönliche Medikation hergestellt. Dazu werden einem Patienten, der meist schon verschiedene Therapien durchlaufen hat, eigene Blutzellen entnommen, die dann nach Stein verschickt werden, wie das Unternehmen darstellt. „Hier reichern wir einen Teil der weißen Blutkörperchen, die T-Zellen, an und verändern sie genetisch so, dass diese die Krebszellen im Blut des Patienten erkennen und bekämpfen können“, wird Dorothea Ledergerber, Projektleiterin des Werks für Zell- und Gentherapien, zitiert. Die veränderten Zellen werden dann zurück ins Spital geschickt und dem Patienten per Infusion verabreicht.

„Novartis leistet hier Pionierarbeit: Wir haben die einmalige Möglichkeit, durch diese neuartigen CAR-T-Zelltherapien Patienten eine neue Chance zu geben, für die es bisher keine weitere Therapiemöglichkeiten gab“, so Dorothea Ledergerber. Novartis hat bisher weltweit rund 1500 Patienten mit CAR-T-Therapien behandelt.

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Der Konzern betreibt bereits eine Produktionsanlage in Morris Plains (USA), die Patienten in zugelassenen Ländern weltweit mit Zell- und Gentherapien weltweit versorgt. Vergangenes Jahr hat Novartis zudem den französischen Hersteller von Zell- und Gentherapien CellforCURE in Les Ulis (Frankreich) übernommen, um den künftigen Bedarf für Patienten in Europa zu decken. Zudem unterhält Novartis strategische Partnerschaften mit Unternehmen in Japan und China zur Versorgung von Patienten in Asien.

Das Unternehmen und der Standort

  • Die Novartis AG ist ein weltweit tätiges Biotechnologie- und Pharmaunternehmen mit Sitz im schweizerischen Basel. Das Unternehmen entstand 1996 aus einer Fusion der Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy und Sandoz. Mit einem Umsatz 2018 von 51,9 Milliarden Dollar ist Novartis eines der größten Pharmaunternehmen der Welt. Das Unternehmen kam 2018 auf einen Börsenwert von knapp über 200 Milliarden Dollar. Nach eigenen Angaben erreicht Novartis mit seinen Produkten weltweit fast 750 Millionen Menschen. Weltweit sind rund 109.000 Menschen aus 140 Nationen bei dem Unternehmen beschäftigt.
  • In Stein befinden sich zwei der wichtigsten pharmazeutischen Produktionswerke von Novartis Technical Operations (NTO): das Werk Stein Solids und das Werk Stein Steriles. Außerdem wird in Stein eine hochentwickelte Produktionsanlage für innovative Zell- und Gentherapien aufgebaut, die ab 2020 in kommerzieller Produktion Patienten weltweit versorgen soll. Zudem befinden sich am Standort das Mahl- und Mischzentrum der Chemischen Produktion und das CUBE Data Center. Rund zwei Milliarden Tabletten, Kapseln, Ampullen, Fertigspritzen, Injektionsfläschchen (Vials) und Autoinjektoren werden jedes Jahr am Standort Stein produziert, kontrolliert, verpackt und in mehr als 150 Länder versandt. Am Novartis-Standort in Stein arbeiten derzeit rund 1800 Menschen