Waldshut/Leibstadt/Schweiz – Die Kernkraftwerk Leibstadt AG hat einen Zwischenbericht zur derzeitigen Jahreshauptrevision an der Anlage gegenüber Waldshut gegeben. KKL in einer Medienmitteilung: "Die rund sieben Wochen dauernde Jahreshauptrevision läuft planmäßig. Die Inspektionen an den Brennelementen ergaben keine weiteren Befunde." Vor dem Hintergrund des Oxidations-Problems soll der Reaktor aber auch nach der Revision weiter mit reduzierter Leistung laufen.

2016 waren an einzelnen Brennelementen Oxidationen festgestellt worden. Betroffen waren laut Werk die frisch eingesetzten Brennelemente an bestimmten Positionen im Reaktorkern. In der Folge wurde der Reaktor mit einer reduzierten mittleren Leistung von rund 90 Prozent betrieben. Während der diesjährigen Jahreshauptrevision hätten interne und externe Fachspezialisten in drei Wochen vor allem jene 22 Brennelemente überprüft, die Anfang Jahr neu und an einer exponierten Position innerhalb des Reaktorkerns eingesetzt worden waren, teilte das KKL mit. Das Werk: "An keinem der inspizierten Brennelemente wurden erhöhte Oxidschichtdicken festgestellt. Damit zeigt das KKL, dass die getroffenen betrieblichen Maßnahmen zur Vermeidung neuer Befunde an Brennelementen greifen. Diese Begleitmaßnahmen werden auch im kommenden Betriebszyklus fortgesetzt und zur Folge haben, dass die Leistung des Kernkraftwerks weiterhin reduziert sein wird.

" Parallel zu den Inspektionen habe das KKL in weiteren Untersuchungen umfassendes Datenmaterial gesammelt, um die vertiefte Ursachenanalyse zu den Brennelementbefunden von 2016 weiter voranzutreiben.

Als aufwendige Maßnahme ersetze das KKL im Rahmen der Jahreshauptrevision die beiden sogenannten Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer (Wärmetauscher). Dabei handele es sich um zwei Großkomponenten im nichtnuklearen Bereich (Maschinenhaus). Die Komponenten wurden in vier Einzelteilen aus Portugal in die Schweiz transportiert und wiegen je 130 Tonnen. Sie werden nun vor Ort verschweißt und installiert. Laut KKL-Mitteilung unterstützen bei der Revision aktuell etwa 1600 externe Fachkräfte die 500 Mitarbeitenden des KKL. Die Revisionsarbeiten sollen bis 7. November dauern.