Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) beginnt eine neue Ära. Zum Start des Herbstsemesters öffnet der neue Campus im Polyfeld in Muttenz die Tore. Parallel beginnen mehr als 4000 Studierende neu ein Studium. Das sind rund 150 mehr als 2017 und ein Indiz, dass „ein praxisorientiertes Studium nach wie vor hoch im Kurs steht“, heißt es in einer Mitteilung. Insgesamt meldet die FHNW für das Semester rund 12 000 Studierende. Das Gros sind Schweizer, aber rund zehn Prozent stammen aus mehr als 65 weiteren Staaten, vor allem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, teilt die FHNW auf Anfrage mit.

29 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge

Die 2006 von den Kantonen Aargau, Baselland, Basel-Stadt und Solothurn gegründete FHNW bündelte die bis dahin unabhängigen und kleinteilig organisierten Fachhochschulen der vier Kantone unter einem Dach. Heute bietet die Hochschule an fünf Standorten und verteilt auf neun Fakultäten 29 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge. Das Gros der Studierenden entfällt auf die Bachelorstudiengänge, rund 2000 sind in den weiterführenden Masterstudiengängen eingeschrieben.

Teuerstes Hochbauprojekt des Kantons Baselland

Der Campus Muttenz, der für rund 4500 Studierende und Dozierende geplant wurde, ist inzwischen der vierte Neubau, den die FHNW seit der Gründung einweiht. Das dem Kanton Baselland gehörende Gebäude gilt mit Kosten von 308 Millionen Franken als teuerstes Hochbauprojekt des Kantons der vergangenen Jahre.

Fünf Hochschulen in einem Bau

Das 2011 als Siegerprojekt aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt hat das Büro Pool Architekten aus Zürich entworfen. Der 65 Meter hohe Neubau hat zwölf Ober- und zwei Untergeschosse und verfügt über eine Aula, Mensa, Bibliothek, Seminarräume, Werkstätten, Ateliers, Büros, Labors, zwei Sporthallen und 16 Hörsäle. Der Bau nimmt insgesamt fünf Hochschulen auf, die bisher auf 22 Standorte verteilt waren, und zwar die für Architektur, Bau und Geomatik, für Life Sciences, für Soziale Arbeit, die Pädagogische Hochschule und den trinationalen Studiengang Mechatronik der Hochschule für Technik, der mit dem Lörracher Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg kooperiert.

4016 neue Studierende

Von den 4016 neuen Studierenden haben sich 3054 und damit rund drei Viertel für ein Bachelorstudium entschieden; 826 beginnen einen Masterstudiengang. Von den Neuimmatrikulierten wiederum absolvieren 24 Prozent das Studium im Aargau, 29 Prozent in Baselland, 19 Prozent in Basel-Stadt und 28 Prozent im Kanton Solothurn. Die Gesamtzahl aller Studierenden ist im Vergleich zu 2017 stabil. Den Hochschulbetrieb gewährleisten rund 2050 Mitarbeitende, rund 820 davon sind Dozenten. Die größten Standbeine sind die PH mit 3285 Studierenden sowie die Hochschulen für Wirtschaft mit knapp 2900 beziehungsweise die für Technik mit rund 1900 Studierenden.

Vorbereitung auf immer komplexer werdende Arbeitswelt

Das Jahresbudget der FHNW beträgt derzeit 472 Millionen Franken und stamme zu 49 Prozent von den vier Trägerkantonen, die verbleibenden 51 Prozent kämen aus Drittmitteln, erläutert der Leiter der Kommunikation, Dominik Lehmann. Neben zukunftsorientiertem Fachwissen und praxisorientierten Kompetenzen will die FHNW ihre Studierenden auch zum kritischen Reflektieren und lösungsorientierten Handeln befähigen und so auf die Anforderungen einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt vorbereiten, heißt in der Mitteilung zum Studienbeginn. Zudem leiste das Fächerspektrum einen „wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung“.