Der Römertag in Brugg wartet mit einigen Neuheiten auf. Künftig wird der Erlebnistag nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Seit 17 Jahren ist der Römertag ein fester Bestandteil des Brugger Veranstaltungskalenders. Am Sonntag, 27. Mai, ist es wieder so weit. Dann kehren nach fast 2000 Jahren die Kamele ins Windischer Amphitheater zurück.

Gladiatorenkämpfe und Kamelreiten

Neben zwei spektakulären Gladiatorenkämpfen (um 10.30 und 16.30 Uhr) wird ganztags Kamelreiten angeboten. Schon in der Römerzeit dürften Kamele im Amphitheater ihre Runden gedreht haben. Dies vermuten Archäologen, weil hier bei Ausgrabungen ein Kamelknochen gefunden wurde, der im Brugger Vindonissa Museum ausgestellt ist.

Kinder werden zu Legionären

Ein weiterer Schwerpunkt findet auf dem Legionärspfad Windisch statt, wo sich Kinder innerhalb von 30 Minuten zum Legionär ausbilden lassen oder Schwerter und Helme basteln können. Ebenfalls eine Premiere ist, dass Zürcher Archäologen vor dem Vindonissa Museum ihre Unterwasserarchäologie-Arbeit und Objekte aus der Unesco-Fundstätte im Hallwilersee präsentieren. Dazu wird ein Tauchcontainer mit Glasscheiben aus Deutschland angeliefert.

Virtueller Rundgang durch ein Pfahlbaudorf

Das Römertag-Publikum kann zudem mit einer Virtual-Reality-Brille ein virtuell rekonstruiertes Pfahlbaudorf besuchen. Des Weiteren öffnet die organisierende Gesellschaft Pro Vindonissa zum ersten Mal ihr Archiv und zeigt Originaldokumente aus ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte. Darunter sind die Baupläne des Vindonissa Museums, eines Meisterwerks des Schweizer Jugendstils von 1911. Die Baukosten betrugen damals 59 300 Franken.

Organisatoren wollen Kräfte bündeln

Um die Kräfte künftig noch besser zu bündeln, haben sich die Gesellschaft Pro Vindonissa und der Partner Römerlager Vindonissa entschieden, den Römertag nur noch alle zwei Jahre durchzuführen, erklärte Pro-Vindonissa-Präsident Walter Tschudin. Nächstes Jahr wird jedoch wieder ein Heerlager organisiert.

Finanzierung des Spektakels

Das Organisationskomitee rechnet dieses Jahr laut Platzchef Pirmin Koch mit rund 2000 Besuchern. Vergangenes Jahr waren es 1600, der Rekord liegt bei circa 3500 Gästen. Finanziert wird das Familienspektakel mit 38 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds, 30 000 Franken Sponsorengeldern von regionalen Unternehmen und 25 000 Franken aus Festwirtschaft und Eintritten. Für Hauptsponsor Beat Liechti ist es eine gute Gelegenheit, viele seiner Kunden am Römertag zu treffen. Rahel Göldi, Leiterin Legionärspfad Vindonissa, betont: „Wir haben Glück und können den Laien Forschung und Ergebnisse am Originalschauplatz erklären.“