Die Stiftung für Krankenpflege im schweizerischen Stein hat Großes vor: Auf ihrem Areal in der Nähe der beiden Kirchen will sie innerhalb der nächsten fünf Jahre ein „Zentrum für Gesundheit“ bauen. „Es soll ein Bau entstehen, welcher der Steiner Bevölkerung zugutekommt“, erklärt Stiftungspräsident Urs Buser. Und ein Werk, das den Stiftungszweck erfüllt. Die Stiftung, die 1903 von Johanna Brogle-Gertiser ins Leben gerufen wurde, bezweckt "die Pflege und Betreuung von kranken und gebrechlichen Einwohnern in der Gemeinde Stein durch ausgebildetes Pflegepersonal in Zusammenarbeit mit Ärzten", heißt es im Stiftungsstatut.

Bedarf besteht im mittleren Fricktal

Ziel des Stiftungsrates ist es, in der Überbauung Arztpraxen und andere medizinische Dienstleister unterzubringen. "Ein Bedarf dafür besteht gerade im mittleren Fricktal", ist Buser überzeugt. Er kann sich beispielsweise eine Gemeinschaftspraxis von mehreren Haus- und/oder Fachärzten vorstellen. Man habe mit verschiedenen Personen und Organisationen bereits erste Gespräche geführt, sagt Buser. "Wir spüren von allen Seiten her Zustimmung und haben auch bereits erste Interessenten." Interessierte Mieter seien ebenfalls schon in Sicht, freut sich der Stiftungspräsident. Dies ist für den Stiftungsrat auch die Basis, das Zentrum zu realisieren. "Sonst ist das finanzielle Risiko zu hoch", so Buser. Die Stiftung investiert in das Zentrum, das in zwei Etappen realisiert werden soll, an die 12 Millionen Franken.

Auch Wohnungssuchende profitieren

Von diesen Investitionen sollen neben den Dienstleistern auch Wohnungssuchende profitieren: Die Stiftung will im Zentrum rund 20 behindertengerechte Wohnungen bauen, verteilt auf die beiden Bauetappen. Der Stiftungsrat ist davon überzeugt, dass diese Wohnungen leicht vermietet werden können. "Die Lage ist zentral und doch sehr ruhig." Geplant sind Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen.

Einfacher Zugang zum Gesundheitszentrum

Im Gesundheitszentrum sollen für Praxen und Dienstleister im Erd- und Obergeschoss Räume zur Verfügung gestellt werden. "Der Zugang zum Gesundheitszentrum soll möglichst einfach sein", erläutert Buser. Das verbleibende Bauvolumen wird für Wohnraum und weitere Bedürfnisse genutzt. Im Untergeschoss sind Kellerräume und eine Einstellhalle mit rund 60 Parkplätzen geplant.

Stiftungszweck besser erfüllen

Was aber motiviert den Stiftungsrat, ein solches Großprojekt in Angriff zu nehmen? "Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, den Stiftungszweck noch besser zu erfüllen." Dieser wird heute erfüllt, indem die Stiftung den Fahrdienst des Roten Kreuzes und die Tagesstätte der Benz’schen Stiftung in Frick unterstützt. So werden betreuende Angehörige entlastet. Dieses finanzielle Engagement sei auf Dauer "einfach zu wenig", ist der Stiftungspräsident überzeugt und erinnert an die Leistungen, welche die Stiftung früher erbracht hat.

Die Stiftung prüfte daraufhin verschiedene Optionen wie ein Zentrum für Betreutes Wohnen. "Das Areal erwies sich gemäß dem Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal dafür als zu klein", sagt Buser. Immer mehr kristallisierte sich die Option "Gesundheitszentrum" heraus. Das Baugesuch will die Stiftung noch in diesem Jahr einreichen.