Der Stromkonzern Axpo hat nach der Atomkatastrophe von Fukushima Nachbesserungen im Atomkraftwerk Beznau aufgebrummt bekommen. Er hat bisher aber noch nicht alle umgesetzt. Das berichtet die "Aargauer Zeitung". Sie beruft sich dabei auf den Schweizer "Tages-Anzeiger". Die Atomaufsichtsbehörde des Bundes (Ensi) verlangte von der AxpoNachrüstungen in fünf Punkten. So war etwa die Beckenkühlung nicht gut genug vor Erdbeben und Überflutungen geschützt. Auch die entsprechenden Notfallmaßnahmen waren ungenügend. Zudem musste das Lagerhaus für Brennelemente erdbebensicherer werden.

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Bis heute sind vier Nachrüstungspakete umgesetzt. Ein zusätzliches Brennelement-Kühlwassersystem fehlt noch immer. Die Kritik von Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace, richtet sich primär gegen das Ensi. Die Behörde sei "unfähig und nicht willens", ihre Forderungen durchzusetzen. Die Behörde verweist indes auf die Verhältnismäßigkeit, die in der Bundesverfassung verankert ist und die man berücksichtigen müsse.

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Die Axpo hat das Ensi mehrmals vertröstet. Im ersten Nachrüstungskonzept, das die Firma noch im Jahr des Fukushima-Unglücks 2011 präsentierte, war vom Einbau eines neuen Kühlsystems im Brennelement-Lagerbecken bis 2014 die Rede. 2013 erfolgte die Ausschreibung, die jedoch abgebrochen wurde. 2015 sicherte sich eine deutsche Firma den Auftrag in einer neuen, abgeänderten Ausschreibung. Das Ensi gewährte der Axpo eine "letztmalige" Verlängerung bis 2017. Weil aber der deutsche Zulieferer Konkurs ging, lässt das fehlende Sicherheitspaket noch immer auf sich warten.

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Die Axpo versichert laut "Tages-Anzeiger", das Sicherheitsniveau sei auch jetzt hoch; vier Kühlsysteme für Brennelement-Becken seien im Einsatz. Das Ensi bedauert den Aufschub, attestiert den Sicherheitsmaßnahmen im Lagerbecken aber einen "hohen Schutzgrad". Die Axpo will das fehlende Sicherheitspaket bis zum Jahr 2021 umsetzen. Der Terminplan ist laut Ensi aber noch nicht vereinbart.