Derzeit macht das Kantonsspital in Winterthur Schlagzeilen, weil es seinen internen Sicherheitsdienst wegen "zunehmender und schwerwiegender Gewaltereignisse" ausbauen möchte, so formuliert es das Spital. Und das Spital in Winterthur ist mit dem Gewaltproblem nicht alleine. Auch die beiden Kantonsspitäler in Aarau und Baden haben es mit aggressiven Patienten zu tun. Im Kantonsspital Aarau (KSA) haben sich die Gewaltvorfälle von 2015 auf 2016 verdoppelt, wie Mediensprecherin Andrea Rüegg erklärt. Die Zahlen von 2017 liegen noch nicht im Detail vor. "Aber wir gehen davon aus, dass die Zunahme wieder in einem ähnlichen Bereich liegen wird", sagt Mediensprecherin Rüegg.

Das Spitalpersonal in Aarau erlebe laut Aussage der Mediensprecherin körperliche Gewalt wie Schläge und Tritte, aber auch massive verbale Gewalt. "Das reicht von Beschimpfungen bis zu Bedrohungen", erläutert Rüegg. Für solche Situationen verfügt das Spital über einen internen Sicherheitsdienst, der gerufen werden kann. "Bei heiklen Vorfällen wird immer die Polizei eingeschaltet", sagt Andrea Rüegg. Die Zusammenarbeit sei hervorragend. Anzeige gegen aggressive Patienten erstatte das KSA "nur in ganz seltenen Fällen".

In Baden ist Gewalt gegen Spitalpersonal beinahe zu einer Alltäglichkeit geworden, wie Chefarzt Markus Schwendinger vor einem Jahr gegenüber der "Aargauer Zeitung" sagte. Für die Mitarbeitenden seien solche Übergriffe allerdings oft traumatisierend. Im Gegensatz zum KSA werden die Übergriffe am Kantonsspital Baden (KSB) separat gezählt. Seit dem Jahr 2011 hat die Anzahl der dokumentierten Ereignisse laut Schwendinger nicht wesentlich zugenommen. Im Jahr 2016 wurden im KSB 69 Fälle erfasst, die meisten davon betrafen körperliche Aggressionen. "Wir müssen aber davon ausgehen, dass die Zahlen höher sind", sagte er. Denn die Mitarbeitenden würden oft nur die wirklich schwerwiegenden Fälle dokumentieren.

Das KSB-Personal werde in Deeskalationstechniken geschult, was eine präventive Wirkung habe. Aber es gibt auch in Baden Situationen, in denen die Polizei hinzugezogen werden muss.