Kanton Aargau Der Facebook-Eintrag mit einer Freundin in Kroatien entlarvt einen Ehe-Schwindel in der Schweiz

Ein Serbe, der mit einer Schweizerin verheiratet ist, muss die Schweiz verlassen, weil er das Aufenthaltsrecht verwirkt hat. Ihm habe der Ehewille gefehlt, entschied das Bundesgericht. Er hatte nur gut drei Jahre nach der Hochzeit mit der Schweizerin eine Verlobte in Kroatien und war aus der gemeinsamen Wohnung im Aargau ausgezogen.

Das Schweizer Bundesgericht attestiert einem mit einer Schweizerin verheirateten Serben aus dem Kanton Aargau fehlenden Ehewillen. Aus einem Facebook-Eintrag wurde ersichtlich, dass er in Kroatien eine Freundin hatte. Nun muss er die Schweiz verlassen. Der Serbe hatte im September 2011 in seinem Heimatland eine Schweizerin geheiratet. Anfang 2012 reiste er im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Drei Jahre später zog der Serbe aus der ehelichen Wohnung aus. Im Mai 2015 teilte die Ehefrau dem Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau mit, aus dem Facebook-Konto ihres Gatten gehe hervor, dass dieser seit eineinhalb Jahren in Kroatien eine Freundin habe, mit der er seit fast einem Jahr verlobt sei.

Gestützt auf diese Angaben, wurden die Behörden aktiv. Nach Prüfung des Facebook-Profils verfügte das Aargauer Migrationsamt, dass die Aufenthaltsbewilligung des Serben nicht verlängert wird. Gleichzeitig setzte das Amt eine Ausreisefrist an. Der Mann wehrte sich dagegen bis zum Bundesgericht.

In seiner Beschwerde wirft er den Aargauer Behörden vor, der Entzug der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismäßig. Er gehe nicht nur einer Arbeit nach, zahle seine Rechnungen pünktlich und sei nicht von der Fürsorge abhängig, sondern sei auch drei Jahre mit einer Schweizerin verheiratet gewesen, weshalb ihm die Aufenthaltsbewilligung verlängert werden müsse.

Gesetzlich hat ein Ausländer in der Schweiz Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn er mehr als drei Jahre lang mit einer Schweizerin verheiratet und erfolgreich integriert ist. Zudem müssen wichtige Gründe für einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz vorliegen. Nach den Aargauer Migrationsbehörden ist auch das Bundesgericht zu dem Schluss gelangt, dass es in diesem konkreten Fall bereits an der geforderten dreijährigen Ehedauer mangelt.

Das Bundesgericht weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nicht allein die Ehedauer, sondern vielmehr auch der Ehewille maßgebend ist. Ist dieser Ehewille bereits vor Ablauf von drei Jahren erloschen und wohnen die Eheleute nur noch der Form halber zusammen, ist die gesetzliche Voraussetzung für eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht gegeben.

Der Serbe hatte, wie seinem Facebook-Profil zu entnehmen ist, im Oktober 2014 bereits eine außereheliche Beziehung geführt, wegen Streitigkeiten oft bei Freunden übernachtet und war bereits 20 Tage nach Ablauf der geforderten Mindestdauer des ehelichen Zusammenlebens aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Aus diesem Verhalten schlossen die Aargauer Migrationsbehörden auf einen ab 2014 fehlenden Ehewillen. Der Serbe muss nun die Schweiz verlassen. Dass er immer noch mit der Schweizerin verheiratet ist, spielt dabei keine Rolle.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Historische Momente
Neu aus diesem Ressort
Kanton Aargau
Schupfart
Stein
Stein
Kanton Aargau
Klingnau/Schweiz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren