Im Frühjahr sollen die Bauausführungen abgeschlossen werden – noch unklar ist, ob die Nagra dann den Bohrplatz „Effingen 2“ aufstellt. Der Neubau des rund 2,7 Kilometer langen SBB-Doppelspurtunnels durch den Bözberg bildet mit Kosten von 350 Millionen Franken das Herzstück des Vier-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse.

710 Millionen Franken für das Ausbauprojekt

Insgesamt hat das Parlament 710 Millionen Franken für das Ausbauprojekt bewilligt. Ziel ist es, dank diesem Projekt künftig auch Sattelauflieger mit einer Höhe von vier Metern durch das ganze Land auf der Bahn von Norden nach Süden oder umgekehrt transportieren zu können. Beim stillgelegten Bahnhof Schinznach-Dorf fand im März 2016 der Spatenstich statt – wenige Meter neben dem bestehenden Bahntunnel. Fast zwei Jahre ist es her, seit die 1920 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine „S1012 Bözberg“ von Schinznach-Dorf zur Station Effingen gelangt ist.

Inbetriebnahme Dezember 2020

Wie ein Bildvergleich zeigt, hat sich das Areal vor dem nördlichen Tunnelportal durch die Bauarbeiten stark verändert. In Betrieb gehen soll der neue Bözbergtunnel mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020. „Die Bauausführung des Bözbergtunnels ist insgesamt auf Kurs und wird im Frühjahr 2020 abgeschlossen. Anschliessend beginnt die Testphase„, sagt SBB-Sprecher Oli Dischoe. Aktuell wird der Einbau der Gleistragplatte für die feste Fahrbahn sowie die Wiederverfüllung der Portalbauwerke in Effingen und in Schinznach-Dorf ausgeführt. Auf der Seite der Station Effingen finden Unterbau- und Oberbauarbeiten für ein provisorisches Anschlussgleis statt, damit ab Anfang 2020 die Gleisbaumaschinen für die Verdichtungs- und Schienenschleifarbeiten der Schotterfahrbahn in den Tunneleingangsbereichen einfahren können.

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Die neu erstellten Fahrleitungsmasten in Effingen ersetzen die bestehenden Masten, die laut SBB aufgrund der neuen Gleisgeometrie angepasst werden müssen. Zuständig für das Mammutprojekt ist das Zürcher Bauunternehmen Implenia. „Die Gleise im neuen Doppelspurtunnel werden nach jetzigem Planungsstand ab Ende November im Bereich der festen Fahrbahn eingebaut“, so Dischoe. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte im Herbst 2016 für das Standortgebiet Jura Ost (Bözberg) acht Gesuche für Sondierbohrungen eingereicht. Von den acht geplanten Bohrplätzen befindet sich „Effingen 2“ genau vor dem Portal des neuen Eisenbahntunnels bei der Station Effingen.

Fünf der acht Bohrplätze bewilligt

Da der Bohrplatz auf der Fläche, die von Implenia als Installationsplatz benötigt werde, vorgesehen sei, könne die Nagra sie frühestens ab März 2020 als Bohrplatz nutzen, sagte Dischoe vor drei Jahren. Inzwischen hat das Bundesamt für Energie fünf der acht Bohrplätze im Gebiet Jura Ost bewilligt. „Effingen 2“ ist noch in Bearbeitung. Will die Nagra dort noch bohren? Klar ist laut Nagra-Sprecher Patrick Studer, dass die zweite Bohrung – nach Bözberg – frühestens im Herbst 2020 durchgeführt wird. „Aber, ob man Effingen 2 tatsächlich bohren wird, ist noch unklar.“

Neue Bözberg-Tunnel 

Der neue Bözberg-Tunnel verläuft parallel zum alten. Wenn er eröffnet ist, wird der alte Tunnel für den Bahnverkehr geschlossen. Er dient ab dann als Sicherheitsstollen für den neuen Tunnel. Der neue Tunnel ist 2,7 Kilometer und das Herzstück der Gotthard-Achse von Hamburg bis Genua.