Die Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach zeigt in der Ausstellung Kuriositäten und Alltagsgegenstände aus dem Keller des nahe gelegenen Museums „Höfli“.

In diesem Jahr scheinen Schweizer Museen bevorzugt in ihren Kellern herum zu stöbern: Das Aargauer Kunsthaus zeigt eindrucksvolle „Blinde Passagiere“ aus seinem Depot; die Villa Langmatt in Baden konfrontiert kostbarste impressionistische Gemälde mit allerlei Fundstücken aus dem Keller.

Und jetzt zeigt auch die Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach in seiner neuen Ausstellung „AHA! Kuriositäten aus dem Depot ans Licht geholt“ ein ganzes Sammelsurium von Fundstücken aus dem Keller des nahe gelegenen Museums „Höfli“. Das Höfli ist ein Historisches Museum mit viel vor- und frühgeschichtlichen Funden der Region. Aber jetzt ist es Gast im Mauritiushof und zeigt Lokalgeschichte mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert. „Wir sehen uns als Hort für historische Zeitzeugen“, so Fredi Hidber, der Leiter vom „Höfli“ und ergänzt „Wir sind in den Keller gestiegen und haben willkürlich Dinge gesucht, die noch nie ausgestellt waren. Sie passen wunderbar in diese neutralen Räume.“

Herausgekommen ist ein Sammelsurium von Alltagsgegenständen: getürmte Koffer mit Dokumenten und Zeitschriften, alte Babywaagen, Kaffeeservices, Portraits aus zwei Jahrhunderten oder Gegenstände, die man für Taufen und Beerdigungen brauchte. Darunter befindet sich Berührendes und Erheiterndes, Skurriles und Befremdliches. Das älteste Fundstück ist ein Pfahl von der Brücke zwischen Rheinheim und Bad Zurzach aus dem 13. Jahrhundert, das neueste wohl ein Rennrad. Das Ganze ist nach Themen geordnet und oft sehr vergnüglich und augenzwinkernd präsentiert. So werden etwa unter „Große Röhren“ Brunnenwasserleitungen vom Berg aus Holz (300 Jahre) und Ton (150 Jahre) gezeigt und als drittes die heutige große Röhre mit Ton – nämlich Donald Trump als Surrealistic Fantasie. Oder unter „Heldenbräune“ findet man auf braunen Säcken angeordnete Embleme des Nationalsozialismus, der auch in Zurzach seine Anhänger fand. Und, und, und...

Der Besucher erhält reichlich Hilfe durch ergänzende Erklärungen. Aber deutsche Besucher sind bei dieser äußerst vielseitigen und abwechslungsreichen Ausstellung doch etwas überfordert, da sie vor lokalen Namen und Anspielungen nur so strotzt.

Die Ausstellung ist bis 27. Mai mittwochs bis samstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.