Diesmal gab es bei der Ausstellungseröffnung im Mauritiushof in Bad Zurzach ungewöhnliches Gedränge: Wohl alle Besucher waren neugierig auf den neuen Leiter der Galerie, Sebastiano Bucco. Fast fünf Monate war die Galerie nicht „bespielt“ worden und jetzt gleich von neun Schweizer Künstlern: Cla Coray, Dominique Girod, Heiko Hillig, Silvia Hintermann, Ruth Maria Obrist, Roman Sonderegger, Jacqueline Weiss, Beat Zoderer und – bei uns in der Region sicherlich am bekanntesten – Behrouz Varghaiyan. Sie zeigen sehr unterschiedliche Werke zum Thema „Weiss“.

Doch zunächst einmal stellte der neue Leiter der Galerie sich selbst vor: Er ist in Zurzach aufgewachsen, war ursprünglich gelernter Grafiker und arbeitet seit rund 20 Jahren in einem Fotoatelier in Baden, wo er sich mit digitaler und performativer Kunst beschäftigt. Sein Ziel, so Bucco in seiner Einführung, sei es, der zeitgenössischen Kunst und auch jungen Künstlern der Region eine Plattform zu bieten. Und er fügte offen hinzu: „Dazu gehören auch Künstler des süddeutschen Raumes. Die möchte ich gern kennenlernen! Aber jetzt habe ich erst mal eine Ausstellung organisiert mit Künstlern, die mir am Herzen liegen.“

Künstler vermitteln neue Ansichten

Es sind Künstler, die „neue Ansichten vermitteln, die mutig sind und auch mit neuen Techniken arbeiten“ (Bucco): Dazu gehören etwa die genähten ab­strakten Objekte von Ruth Maria Obrist wie ihr glänzender „Leuchtturm“. Oder die auf Chromstahl schwankenden 64 kleinen Marmorfiguren des Bildhauers Cla Coray. Oder die reizvollen, verfremdeten Fotografien von Silvia Hintermann aus ihrer Serie „Unter die Haut“: Sie zeigt irritierende Räume und Zwischenzustände mit perlenden Wassertropfen.

Oder eine elegante Eisenplastik von Behrouz Varghaiyan, der aber auch mit Licht- und Schattenspielen auf Cellulosepapier verblüfft. Oder die weichen und schroffen Landschaften, die Jacqueline Weiss eindrucksvoll mit ihrer Camera Obscura fotografiert. Nicht alle Arbeiten können hier erwähnt werden. „Weiß“, so Sebastiano Bucco, „steht für Neuanfang! Diese Farbe bringt Formen und erhellende Strukturen erst richtig in Erscheinung“. Diese Erhellung wünschte er auch den Besuchern seiner ersten Ausstellung.

Die Ausstellung ist bis zum 31. März mittwochs bis samstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.