Laufenburg/CH 27 Asylsuchende aus der Villa in der Bahnhofstraße in Laufenburg/CH müssen umziehen

Der Eigentümer der Asylsuchenden-Unterkunft in der Bahnhofstraße in Laufenburg/CH meldet Eigenbedarf an. 27 Flüchtlinge müssen im Juli anderswo untergebracht werden.

Die Asylunterkunft an der Hinteren Bahnhofstraße in Laufenburg/CH wird Mitte Juli geschlossen. Der Besitzer hat Eigenbedarf angemeldet und den Mietvertrag mit dem Kanton Aargau nicht verlängert. Die 27 Asylsuchenden, die in der ehemaligen Villa wohnen, werden auf kantonale Unterkünfte verteilt. Ob einige auch ins kürzlich eröffnete Container-Dorf nach Frick kommen, konnte Anja Kopetz, Sprecherin des Departements Gesundheit und Soziales, nicht sagen. Das hänge von der Verfügbarkeit ab.

Die Unterkunft im Notspital (Gops), wo bis zu 65 Personen lebten, wurde bereits im vergangenen Sommer geschlossen. Sie dient allerdings als Rückfallebene: Steigt die Zahl der zugewiesenen Asylsuchenden stark an, kann der Kanton die Gops jederzeit wieder zur Asylunterkunft machen. Die IG Asyl, die sich in den vergangenen beiden Jahren mit viel Herzblut und großem Engagement um die bis zu 100 Asylsuchenden im Städtchen gekümmert hat, verabschiedet sich auf ihre Art von den Asylsuchenden: mit einem Fest.

Abschied nehmen, heißt immer auch Bilanz ziehen. Diese fällt aus behördlicher wie aus polizeilicher Sicht größtenteils positiv aus. "Wir hatten wenig Probleme mit den Asylbewerbern in den beiden Unterkünften", sagt Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal. "Wenn es Probleme gab, dann waren das immer problematische Einzelpersonen." Einen schlimmen Zwischenfall gab es allerdings im Januar 2016. In der Waschküche der Gops versuchte ein 19-jähriger Asylbewerber, eine 37-jährige Betreuerin zu vergewaltigen. Der Mann wurde vom Bezirksgericht in Laufenburg im Juni 2016 zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Insgesamt zieht auch Stadtammann Herbert Weiss eine grundsätzlich positive Bilanz. "Am Anfang spürte man in der Bevölkerung eine große Skepsis", so Weiss. Eine "Welle von Befürchtungen" sei in diesem Zusammenhang auf den Stadtrat zugekommen. "Angst hatten viele vor allem davor, dass die Asylunterkunft in der Gops zu einem Sicherheitsproblem führen könnte." Es kam allerdings nicht so. "Zum Glück", sagt Weiss. Viel dazu beigetragen habe die IG Asyl mit ihrer Basisarbeit.

Ein zweiter Erfolgsfaktor ist für Stadtammann Herbert Weiss, dass die Zusammenarbeit mit dem Kanton, der Betreuungsfirma ORS sowie der Polizei "sehr gut" funktioniert habe. "Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass es nur wenige Probleme gab." Das Fazit von Weiss: "Es ist besser herausgekommen, als ich gedacht habe", sagt er, verstummt kurz und fügt dann hinzu, dass er froh sei, dass das Befürchtete nicht eingetroffen sei.

Eine positive Bilanz zieht auch der Kanton Aargau. "Sowohl der Betrieb der Unterkunft an der Hinteren Bahnhofstraße sowie derjenige der Gops Laufenburg verliefen größtenteils positiv und ohne größere Probleme", sagt Kopetz. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Laufenburg sei "von Anfang an konstruktiv" gewesen.

Mit der Schließung der Asylunterkunft in der ehemaligen Villa erfüllt die Stadt Laufenburg ihre Aufnahmepflicht nicht mehr. Laut dem kantonalen Verteilschlüssel muss Laufenburg 15 Asylsuchende aufnehmen. Außerhalb der kantonalen Asylunterkunft an der hinteren Bahnhofstraße leben aktuell sieben Asylsuchende im Städtchen. Da das Notspital weiterhin als Rückfallebene dient, muss die Stadt laut Stadtammann Herbert Weiss derzeit nicht handeln und keine weiteren Asylsuchenden aufnehmen.

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