Der Bundesrat der Schweiz will einschränkende Maßnahmen in Zukunft nicht mehr von den Covid-19-Fallzahlen abhängig machen, sondern von der Auslastung des Gesundheitswesens und speziell der Intensivstationen. Dieser Linie folgt auch der Kanton Thurgau, wie es in einer Pressemitteilung zur Corona-Strategie heißt.

Ab 1. Oktober werden Tests kostenpflichtig

Ähnlich wie in Baden-Württemberg sollen im Thurgau die Bürger zu einer stärkeren Selbstverantwortung in die Pflicht genommen werden: Ab 1. Oktober sollen Antigen-Tests, die man brauche, um an bestimmten Freizeitaktivitäten teilzunehmen (sofern man nicht geimpft ist), kostenpflichtig sein. Eine Testpflicht besteht schweizweit allerdings nur noch selten, etwa bei der Einreise in die Schweiz mit dem Flugzeug.

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Währenddessen kann von Entwarnung aus dem Gesundheitswesen momentan keine Rede sein: Die Situation verändere sich in den Kliniken des Spitals Thurgau (Frauenfeld/ Münsterlingen) rasch: „Wir haben deutlich mehr Patienten als vor einer Woche und sind aktuell besorgt über die Entwicklung im Spital“, schreibt Marc Kohler, Geschäftsführer der Spitäler Thurgau, auf Nachfrage.

Aktuell 20 Patienten stationär

20 Patienten seien stationär aufgenommen, acht würden beatmet. Das Alter der Patienten sei unterschiedlich, deutlich erkennbar aber sei der Trend zu jüngeren Patienten. Es seien auch unter 30-Jährige dabei.

Die Impfstrategie im Thurgau setzt ähnlich wie im Kreis Konstanz darauf, möglichst vielen Bürger ohne bürokratische Hürden eine Impfung zu ermöglichen. So bietet das Impfzentrum Weinfelden „Walk-in-Impfungen“ an, bei denen sich Bürger ohne Anmeldung impfen lassen können.

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„Wir versuchen damit, die Impfquote zu erhöhen“, schreibt Thomas Walliser Keel, Sprecher der Staatskanzlei Thurgau, auf Anfrage. Mobile Impfaktionen gibt es aber nicht. Der Andrang bei den Impfangeboten sei im Moment allerdings verhalten. Knapp 57 Prozent der Thurgauer haben eine Impfung erhalten, etwa 51 Prozent sind vollständig geimpft.