Der benachbarte Campingplatz führt die Bezeichnung Panorama im Namen. Und wer aus Richtung Kreuzlingen kommt und am südlichen Ufer auf der Schweizer Hauptstraße 13 in Richtung Alpen fährt, für den tut sich bei Altnau ein besonders schöner Ausblick auf den Obersee auf. Für eine Reihe von Lastwagenfahrern war dieses Ambiente am Dienstagvormittag allerdings eher Nebensache, als sie zur Verkehrskontrolle auf einen eigens für solche Zwecke angelegten Parkplatz gebeten wurden.

Im Einsatz für Verkehrssicherheit

Worauf kommt es an bei einer Lkw-Kontrolle? Wie läuft sie ab? Und warum sind solche Kontrollen wichtig? Um diese und andere Fragen zu beantworten, hatte die Thurgauer Verkehrspolizei zur Begleitung einer Lkw-Kontrolle eingeladen. Aus Sicht von Verkehrspolizeichef Marcel Rupper liefert die Erfahrung Argumente dafür, warum die Kontrollen unverzichtbar sind. Mehrere tausend Lastwagen rollen täglich durch den Thurgau. Im vergangenen Jahr wurden in über 10 000 Kontrollstunden der Einsatzkräfte 5436 Fahrzeuge unter die Lupe genommen. Die Beanstandungsquote lag bei 23 Prozent.

Morgens um sechs betrunken am Steuer

23 Tonnen Stahl auf einem XL-Auflieger in einem Lastwagen: Sind die auch gut gesichert? Der Schwerverkehrsspezialist der Thurgauer Verkehrspolizei hat nichts zu beanstanden. Zuvor zeigte Teamchef Ruedi Künzler an einem Modell, wie rasch eine Ladung ohne Sicherheitsunterlage ins Rutschen kommen kann.
23 Tonnen Stahl auf einem XL-Auflieger in einem Lastwagen: Sind die auch gut gesichert? Der Schwerverkehrsspezialist der Thurgauer Verkehrspolizei hat nichts zu beanstanden. Zuvor zeigte Teamchef Ruedi Künzler an einem Modell, wie rasch eine Ladung ohne Sicherheitsunterlage ins Rutschen kommen kann. | Bild: Domgörgen, Franz

Die bis zu 40 Tonnen schweren Transporter auf den Straßen am Bodensee können zum ernsten Gefahrenmoment werden. Zum Beispiel wegen technischer Mängel wie defekten Bremsen oder weil die Ladung schlecht gesichert ist. Es kommt ebenso vor, dass die Fahrer sich nicht an die geltenden Regeln bei Lenk- und Ruhezeiten halten, oder dass sie betrunken sind. Ruedi Künzler, der Leiter des Schwerverkehrskontrollteams, erzählt vom Fahrer eines Tiertransporters. Der Mann war morgens um sechs Uhr bei einer Überprüfung mit 1,12 Promille Alkohol am Steuer aufgefallen. Ein anderer Lkw-Chauffeur hatte seine Ladung mit komplett ausgefransten Spanngurten gesichert. "Wir wollen den Kontrolldruck aufrechterhalten", sagt Marcel Rupper. Deshalb machen sich die Schwerverkehrsspezialisten täglich neu an die Arbeit: Sie positionieren sich an der deutsch-schweizerischen Gemeinschaftszollanlage Konstanz/Kreuzlingen ebenso wie in den hintersten Winkeln des Thurgaus.

Diesmal alles im grünen Bereich

Mit einer mobilen Polizeistation und viel technischer Ausrüstung überprüfen die Einsatzkräfte innerhalb kürzester Zeit elektronische Fahrtenschreiber, Frachtunterlagen und Personalausweise der Fahrer. Im Verdachtsfall testen sie sogar das Achsengewicht der Fahrzeuge und können dann sagen, ob der Lkw vermutlich überladen ist. Eine Kontrolle ohne besondere Vorkommnisse kostet die Fahrer nicht mehr Zeit als eine Viertelstunde. Am Dienstag konnten alle gestoppten Fahrer ihre Tour ohne Beanstandung fortsetzen.