Die Zigarette kann nicht nur in Kiosks und Hanfshops, sondern auch in der Supermarktkette Coop für 19,90 Franken (etwa 18 Euro) pro Packung gekauft werden, wie das Online-Portal 20 Minuten schreibt. Der Hanf in der Zigarette weise einen tiefen THC-Gehalt von deutlich unter einem Prozent auf, mache nicht "high" und dürfe in der Schweiz legal erworben und konsumiert werden, heißt es auf der Homepage der Manufaktur. Dafür enthält der Hanf einen sehr hohen Anteil an Cannabidiol (CBD), dem Stoff werden postive Wirkungen zugeschrieben. 

"Ich mag selbst gern CBD-Hanf", wird Heimat-Gründer Roger Koch zitiert. "Wir sind zudem sehr experimentierfreudig und haben uns gefragt, warum es so etwas noch nicht gibt." Also sei man mit CBD-Produzenten, Grossisten und diversen Verkaufsstellen in Kontakt getreten.

Die Heimat-Zigaretten enthalten vier Gramm CBD auf 20 Zigaretten verteilt. "Es soll nicht penetrant sein, aber dennoch fein nach Hanf schmecken und riechen", sagt Koch gegenüber "20min.ch". Das legale Gras stamme nur teilweise aus der Schweiz, weil zu wenig verfügbar sei. Koch rechnet mit einem Erfolg.
"Mit den Vorbestellungen kommen wir kaum nach."

Coop-Sprecher Urs Meier ist ebenfalls zuversichtlich: "Hanfprodukte sind stark gefragt und liegen im Trend." In manchen Coop-Filialen sind die Hanf-Zigaretten bereits erhältlich, der offizielle Verkaufsstart ist aber am 24. Juli.
 

"Man versucht so, den Joint zu legalisieren"


Weniger begeistert ist Andrea Geissbühler, Präsidentin des Dachverbands Drogenabstinenz Schweiz. "Man versucht so, den Joint zu legalisieren. Das finde ich problematisch."  Für die SVP-Nationalrätin gehören CBD-Produkte nicht in die Regale von Detailhändlern. "Ist es einfach verfügbar, kauft man es eher."

Auch die Lungenliga hat keine Freude an den Hanf-Zigaretten. "Die Langzeitwirkungen von CBD sind noch nicht bekannt", sagt Sprecherin Regula Bur. Wie alle Tabakprodukte würden auch Hanf-Zigaretten der Lunge schaden.

Im Kanton Tessin sind die Zigaretten unterdessen nach einer vorgezogenen Einführung in ausgewählten Filialen wieder aus den Regalen der Supermarktkette Coop verschwunden. Dies berichtete 20 Minuten am frühen Donnerstagnachmittag. Die Polizei untersagte den Verkauf. Der Grund: Im Gegensatz zu allen anderen Schweizer Kantonen sei im Tessin eine Sonderbewilligung erforderlich. 

Das legale Gras, auch einfach CBD genannt, erlebt in der Schweiz spätestens seit diesem Jahr einen Boom. Viele, die den Geschmack von Cannabis zwar schätzen, sich aber weder berauschen noch strafbar machen wollen, greifen darauf zurück. Im Internet oder in speziellen Läden ist das CBD in der Schweiz problemlos erhältlich. Bis Zigarettenhersteller auf die Idee kommen, damit ihre Produktpalette aufzufrischen, war also nur eine Frage der Zeit.

In einem Werbefilm auf Youtube erklärt "Heimat"-Gründer Roger Koch sein neues Produkt