Ein Fall von Tierquälerei beschäftigt Polizei und Tierschützer im Kanton Thurgau. In Altnau am Bodensee hatte ein unbekannter Schütze einen Schwan mit einem Pfeil durchbohrt. Christoph Vetterli, der frühmorgens mit einer Fotogruppe aus Holland in Altnau unterwegs war,um den Sonnenaufgang zu fotografieren, entdeckte das verletzte Tier, das auf dem Wasser schwamm. Der Pfeil hatte den Hals kurz unterhalb des Kopfs durchbohrt. Vetterli meldete seine Beobachtung dem Hafenmeister, der rief die Polizei an. Seitdem wird ermittelt. Der Schwan musste wenige Tage später wegen seiner schweren Verletzungen getötet werden.

Belohnung ausgesetzt

Inzwischen hat sich der Thurgauische Tierschutzverband eingeschaltet. Präsident Reinhold Zepf setzt 300 Schweizer Franken als Belohnung für den ausschlaggebenden Hinweis darauf aus, wer der Täter ist. "Es ist eine Sauerei, dass so etwas immer wieder passiert", regt sich Reinhold Zepf auf. Für den Präsidenten des Tierschutzverbands ist der angeschossene Schwan nicht die erste Erfahrung mit Möchtegern-Jägern. Gerade im Wald stoße man immer wieder auf von Pfeilen verletzte Hirsche oder Rehe. "So ein Schuss mit dem Bogen ist lautlos und von daher sehr schwer aufzuspüren", weiß Zepf. Der Verband will jedoch nicht untätig zusehen, wie Tiere gequält werden und setzt deshalb die Belohnung aus.

Gute Erfahrungen mit Belohnung

Doch nicht nur um den Täter seiner gerechten Strafe zuzuführen sei die Belohnung gedacht. Die Tierschützer erhoffen sich auch einen präventiven Effekt. "Solche Menschen sollen wissen, dass sie nicht ungeschoren davonkommen", sagt Zepf. Der Verein habe in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit der Aufklärungsrate gemacht, wenn eine Belohnung ausgesetzt war. Bei der Kantonspolizei laufen die Ermittlungen derweil auf Hochtouren. "Bei uns sind bereits viele Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen", informierte Polizeisprecher Daniel Meili. Den Täter fassen konnte man jedoch noch nicht. Die erste Vermutung, dass der Pfeil als Sportgerät unter Bogenschützen verwendet wird, habe sich jedoch bestätigt.