Mit Hupen und Knattern näherte sich die Vespa Tre Nazioni ihrem Höhepunkt: Dem Vespa-Corso mit knapp 300 Rollern, der die Landstraßen Thurgaus unsicher machte und an Kreiseln und Kreuzungen den Verkehr kurzerhand zum Stillstand brachte. Die Schweizer Autofahrer schienen für die kurzen Wartezeiten größtes Verständnis zu haben. Von Kreuzlingen ging es nach Tägerwilen und Engwilen, dann über einen kleinen Bogen nach Berlingen, Salenstein, Ermatingen und über Triboltingen wieder zurück nach Tägerwilen und letztendlich zum Kreuzlinger Hafen.

Die Teilnehmer der Vespa Tre Nazioni kamen vor allem aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien – und sogar aus dem Heimatland der Vespa: aus Italien. Das Motto dieses Jahres lautete ‚Zeigt eure Flaggen‘. „Ich habe gehofft, dass einige Teilnehmer mit ihren jeweiligen Landesflaggen kommen. Außerdem hat dieses Motto einen symbolischen Wert durch die Vielzahl an Nationen, die heute anwesend ist“, erklärt Guiseppe Cordioli, Präsident des Vespa Club Amici Bodensee.

Aus Italien kam auch die Vespa VNB von Udo Pötzinger, der das Treffen mit seiner Frau und seinem Sohn besuchte. Für ihn ist die Vespa ein viel genutztes Alltagsfahrzeug. Pötzinger hatte sich vor 24 Jahren auf einem Schrottplatz am Gardasee in Italien drei Vespas gekauft, von denen er eine komplett restauriert, eine verkauft und eine ausgenommen hat. Aus zweien davon hat der gebürtige Bayreuther sich seit 2012 seine bunte „Alltags-Vespa“ zusammengebaut und sie mit gesammelten Aufklebern aus den 1980er Jahren verziert.
<p>Alessio Liebert ist leidenschaftlicher Vespa-Fahrer, Präsident des Vespa-Club Villingen und für ihn gibt es nichts schöneres, als mit seiner Vespa nach Meran zu Pizza-Essen zu fahren und am nächsten Tag wieder zurück. </p>

Alessio Liebert ist leidenschaftlicher Vespa-Fahrer, Präsident des Vespa-Club Villingen und für ihn gibt es nichts schöneres, als mit seiner Vespa nach Meran zu Pizza-Essen zu fahren und am nächsten Tag wieder zurück.

| Bild: Larissa Hamann

Anderen Vespa-Freunden auf der Veranstaltung war es vor allem wichtig, möglichst nahe wieder an den Originalzustand des Modells heranzukommen. So auch Artus Unterberg aus Kaiserslautern, der sich im vergangenen Jahr eine Vespa V56 aus dem Jahr 1956 kaufte, die jeden Winter eine technische Generalüberholung benötigt. Für ihn ist es das schönste am Vespa-Fahren, jeden Tag mit aufrichtiger Bewunderung auf sein Zweirad angesprochen zu werden.

Artus Unterberg  überholt jeden Winter seine grüne Vespa V 56, damit sie im Sommer richtig gut läuft. Bild: Larissa Hamann
Artus Unterberg überholt jeden Winter seine grüne Vespa V 56, damit sie im Sommer richtig gut läuft. Bild: Larissa Hamann | Bild: Larissa Hamann

Ob Alltagsgegenstand, Sammlerstück oder gemütliches Tourengefährt – dass die Vespa ein zeitloses Kultobjekt ist, darüber scheinen sich die Besucher des Treffens einig zu sein. Mit einer Festwirtschaft und kleineren „Benzin-Gesprächen“, wie Cordioli das technische Fachsimpeln unter Kennern nennt, ließ der Club Amici Bodensee die Veranstaltung am späten Nachmittag entspannt ausklingen.

<p>Ein Kultfahrzeug: Seit rund 70 Jahren baut die italienische Firma Piaggio Vespa-Motorroller.</p>

Ein Kultfahrzeug: Seit rund 70 Jahren baut die italienische Firma Piaggio Vespa-Motorroller.

| Bild: Larissa Hamann

Der Club

Der zweite Vespa Tre Nazioni Bodensee-Corso hätte für den Vespa Club Amici Bodensee kaum besser laufen können. Hinter dem Verein steckt ein mittlerweile 75 Mitglieder starkes Team, dass 28 leidenschaftliche Vespa-Fahrer, unter ihnen auch der heutige Präsident Guiseppe Cordioli, im Jahr 2014 gegründet haben. Neben Veranstaltungen wie dem Vespa-Treffen nehmen die Vespa-Liebhaber an den Vespa World Days teil, treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat zum "Club Höck" oder unternehmen kleinere und größere Touren rund um den Bodensee und im Thurgau. (lah)