Die St. Galler Kantonspolizei macht Druck auf gewalttätige Zürcher Fußballfans. Man werde in zwei Stufen – erst verpixelt, dann unverpixelt – Aufnahmen von Randalierern im Internet öffentlich machen, so kündigte die Kantonspolizei St. Gallen am Dienstag an. Die Androhung des Prangers könnte vorab Verdächtige unter Umständen dazu bewegen, sich selbst zu melden, so eine Erwartung.

Ausschreitungen am 28. Oktober

Die Ankündigung der Öffentlichkeitsfahndung nach randalierenden Anhängern des FC Zürich bezieht sich auf Ereignisse vom 28. Oktober vergangenen Jahres. An diesem Sonntagabend war es nach einem Fußballspiel des FC St. Gallen gegen den FCZ am St. Galler Bahnhof Winkeln zu Ausschreitungen gekommen.

Nach Angaben der Kantonspolizei bewarfen rund 30 bis 40 vermummte Anhänger des FCZ, die einen Sonderzug Richtung Zürich hätten besteigen sollen, die am Bahnhof stationierten Ordnungsdienstkräfte der Polizei mit Schottersteinen aus dem Gleisbett, Handlichtfackeln und Knallkörpern.

Fünf Verletzte und hoher Schaden

Fünf Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Es entstand ein Schaden, unter anderem an Fahrzeugen und Gebäuden, von insgesamt über 100 000 Schweizer Franken. Der Sonderzug war nach den Ausschreitungen nicht mehr fahrtüchtig. Der Bahnbetrieb auf der Strecke Gossau-St. Gallen musste für mehrere Stunden unterbrochen werden.

Fünf Randalierer werden nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen öffentlich gesucht. Ihnen wird unter anderem Landfriedensbruch, einfache Körperverletzung, Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit dienen, vorgeworfen.

Gesuchte haben eine Woche Zeit

Die gesuchten FCZ-Anhänger haben die Möglichkeit, sich innerhalb einer Wochenfrist bei der Kantonspolizei St. Gallen zu melden. Personen, die Hinweise zu den Gesuchten machen können, werden ebenfalls gebeten, mit der Kantonspolizei St. Gallen Kontakt aufzunehmen.

Am nächsten Dienstag, 27. August, werden zunächst verpixelte Bilder der gesuchten Männer veröffentlicht. Wiederum eine Woche später, am Dienstag, 3. September, werden die Bilder der bis dahin nicht identifizierten Männer unverpixelt veröffentlicht.