Wenn der Oberhallauer Berg ruft, ist das Dorf voll und Rennsport wird zum Familienfest. An zwei Tagen ist Rennfeeling pur im beschaulichen Weinbaudorf zu erleben. Am vergangenen Wochenende rüttelte wie jedes Jahr das Bergrennen in Oberhallau die idyllischen Weinberge mit röhrenden Motoren und mit Tausenden von Besuchern wach.

Die Tarzankurve: Sie ist beim Oberhallauer Bergrennen. BILDER:EVA BAUMGARTNER
Die Tarzankurve: Sie ist beim Oberhallauer Bergrennen. BILDER:EVA BAUMGARTNER

Das 450 Seelen-Dorf gleicht dann einem riesigen Fahrerlager, abgeerntete Felder und Wiesen unten im Tal sind mit den Blechkarossen der Besuchermassen zugepflastert, in diesem Jahr waren es laut Veranstalter 14 500 Zuschauer. 250 Fahrer aus fünf Ländern gingen an den Start, absolvierten am Samstag die Trainingsläufe, am Sonntag ging es dann hart zur Sache, die Rennen der verschiedenen Wagenklassen dauerten vom frühen Morgen bis in den frühen Abend. Das Oberhallauer Bergrennen ist der sechste Lauf im Rahmen der Schweizer Bergmeisterschaft, bei der noch zwei weitere Rennen in der Schweiz zu absolvieren sind.

<strong>Die Zuschauer:</strong> Das Oberhallauer Bergrennen lockte am Wochenende 14&nbsp;500 Besucher an.
Die Zuschauer: Das Oberhallauer Bergrennen lockte am Wochenende 14 500 Besucher an.

Der idealste Aussichtspunkt ist die berühmt-berüchtigte Tarzankurve, der steile Aufstieg in Serpentinen lohnt sich allemal, denn von hier aus ist der größte Teil der Rennstrecke überschaubar, der Ausblick über den Klettgau allein schon ist sehenswert. Wie stets war die weitläufige Bergwiese dort oben bevölkert mit zahlreichen Zuschauern und glich dabei einem Heerlager von Motorsport-Begeisterten jedweden Alters. In atemberaubenden Tempo rasten die Wagen durch die gefährliche Kurve, sorgten auch beim Zuschauer für jede Menge Adrenalin in den Adern.

Fahrpreis für sozialen Zweck

Wem das nicht genug war und wer am eigenen Leib den puren Rennrausch erleben wollte, der konnte mit dem Renntaxi, als Beifahrer im Cockpit eines erfahrenen, lizenzierten Spitzenpiloten, die Bergstrecke in atemberaubenden Tempo hinauf sausen. Sicherlich nichts für Leute mit schwachen Nerven, auch mussten sie tief in Tasche greifen, der Fahrpreis zu 99 Franken kam aber immerhin einem sozialen Zweck zugute. Ein großes Showelement waren die sogenannten „Drifters“, die Meister der Querbeschleunigung, die mit qualmenden Reifen quer durch die Tarzankurve schossen.

Helikopterflüge kommen an

Auch Helikopterflüge standen hoch im Kurs, das Rennereignis von weit oben zu beobachten sehen, nahmen viele Besucher in Anspruch.Einmal mehr war das Oberhallauer Bergrennen ein hierzulande seltenes Ereignis, das großen Motorsport direkt vor die Haustür bringt – glücklicherweise in diesem Jahr mit wenigen, glimpflich ausgegangenen Blechschäden. Auch der Stromausfall am Samstag führte zu keinen nennenswerten Störungen im Rennbetrieb.

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