Stein am Rhein – Der in Öhningen geborene Kunstmaler Rainer Schoch hat bei der Ausstellung "Gegensätze" in Stein am Rhein 21 Kunstschaffende aus drei Ländern zusammengeführt, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Im Hotel Chlosterhof sind auf rund 300 Quadratmeter über 100 Bilder und etwa 40 Skulpturen ausgestellt. Eine elf Meter lange Stretch-Limousine sorgte bereits an der Schifflände für Aufsehen, als der Gaienhofer Ralf Hesse 18 der 21 ausstellenden Künstler abholte und zum Chlosterhof chauffierte. Dort wurden die Künstler von rund 70 Besuchern zur Vernissage empfangen. Rainer Schoch hatte die Ausstellung innerhalb von nur drei Wochen auf die Beine gestellt.

In Stein soll es mehr Kulturangebote geben

In seiner Ansprache erläuterte er die Entstehungsgeschichte der Ausstellung. Das Hotel Chlosterhof wurde verkauft und schloss Ende 2017. Der Hoteldirektor Rafael Aragon wollte das Hotel in den Sommermonaten jedoch nochmals eröffnen, bis es Ende September für den Umbau zu einer Altersresidenz geschlossen wird und bat ihn, einige seiner Bilder für die Rezeption zur Verfügung zu stellen. Rainer Schoch hatte aber Lust auf mehr. "Ich denke, dass die Zeit reif ist, in Stein am Rhein mehr Kultur zu bringen", sagte Schoch, der über ein großes künstlerisches Netzwerk verfügt und einen Aufruf auf Facebook startete. "Ich bekam 500 Anfragen, von denen ich 400 aus Zeitgründen nicht näher angesehen habe", sagte Schoch, der 20 Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für seine Ausstellung gezielt aussuchte.

Eine Laudatio kann man auch singen

Der Österreicher Joachim Weisinger überraschte die Besucher mit einer gesungenen Laudatio über die Künstlerkollegen. "Wie schwarz und weiß, Quadrat und Kreis, der eine malt abstrakt, der andere meist realistisch, Frauenzimmer nackt", hieß es in seinem Liedbeitrag.

Die meisten Bilder befinden sich im Einsteinsaal des Hotels. Darunter sind auch Werke einiger regionaler Künstler wie der Gaienhofer Malerin Magdalena Oppelt oder von Giorgio Russo aus Singen, der sich am französischen Maler Claude Monet orientiert. "Das Original hat einen Wert von rund 40 Millionen, hängt in der Stuttgarter Staatsgalerie und ist unverkäuflich", sagte Rosso, dessen Bild "Seerosen mit Trauerweide" bereits für 800 Euro erhältlich ist.

Ruth Maria Kubitschek stand Modell

Rainer Schoch stellte erstmals sein Portrait von Ruth Maria Kubitschek aus. "Es war das erste Mal, dass sie sich in dieser Art portraitieren ließ", berichtet Schoch, der ein freundschaftliches Verhältnis zur Grande Dame des deutschen Films pflegt. Er hätte sie gerne bei der Vernissage empfangen, doch sie lebt sehr zurückgezogen am Bodensee.

Die Ausstellung "Gegensätze" dauert noch bis zum 15. September und ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet