Jestetten (thg) 13 Schweizer und die beiden deutsche Gemeinden Jestetten und Lottstetten gehen am 1. Januar 2018 mit einer Gesamtfläche von 209 Quadratkilometer und rund 33 000 Einwohnern in die zehnjährige Betriebsphase des regionalen Naturparks Schaffhausen. In Baden-Württemberg gibt es bereits sieben Naturpärke, die mit knapp 1200 Quadratkilometern ein Drittel der Gesamtfläche bedecken. Der regionale Naturpark Schaffhausen ist neben den Naturpärken Südschwarzwald und Schwarzwald Mitte/Nord der dritte im Regierungsbezirk Freiburg und hat in Baden-Württemberg und der Schweiz das Alleinstellungsmerkmal, dass er länderübergreifend ist.

"Es steht eine große Kiste vor uns, die wir anpacken werden", betonte Vereinspräsident Hans Rudolf Meier bei der Mitgliederversammlung in Schleitheim. Der Geschäftsleiter Christoph Müller präsentierte für das kommende Jahr ein ausgeglichenes Budget, das Ausgaben und Einnahmen in der Höhe von rund 1,07 Millionen Franken ausweist und einstimmig angenommen wurde. Der Schweizer Bund trägt davon 51 Prozent, der Kanton 25 Prozent und der Rest die Gemeinden und Sponsoren. Das Regierungspräsidium Freiburg unterstützt die beiden deutschen Gemeinden aus dem Fördertopf für Naturpärke mit 24 000 Euro pro Jahr.

Die Mitgliedsbeiträge der deutschen Gemeinden Jestetten und Lottstetten bleiben auch in der Betriebsphase bei einem Euro pro Einwohner. Schweizer Gemeinden, die voll im Park integriert sind, bezahlen künftig vier Franken pro Einwohner. Die Gesamtkosten für die Betriebsphase werden auf rund 13,6 Millionen Franken geschätzt. Im Oktober trafen sich bereits die Vertreter vom Land Baden-Württemberg, des Kantons Schaffhausen, des Trägervereins Naturpark Schaffhausen und der beiden deutschen Gemeinden zur Unterzeichnung einer neuen Vereinbarung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Seit dem Beginn der Errichtungsphase 2014 wurden rund 2,2 Millionen Franken für Schweizer Projekte investiert.

Im Bereich der beiden deutschen Gemeinden hat der Naturpark 21 Projekte mit einem Kostenvolumen von rund 142 500 Euro beantragt. Bisher konnten für 13 Projekte auf deutschem Gebiet rund 50 000 Euro ausbezahlt werden. So wurden beispielsweise in Lottstetten ein Baumlehrpfad erstellt sowie die grenzüberschreitende Drei-Pärke-Radroute und der Rhein- und Reben-Wanderweg von Jestetten nach Buchberg eröffnet. Mit verschiedenen Schulklassen pflegte der Schweizer Projektleiter Bernhard Egli zahlreiche Biotope und die Jestetter Schulen wurden gar zu Naturparkschulen aufgewertet.

Künftig soll das Biotop beim Locherhofbrunnen zwischen Jestetten und Lottstetten saniert und auf dem Dietenberg Bergpanoramatafeln aufgestellt werden. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll mehr Wertschöpfung für das Regionale Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus generiert und eine noch bessere Pflege von Natur und Landschaft ermöglicht werden.