"Das Unternehmen wurde durchgeschüttelt", bilanzierte der Schaffhauser Regierungsrat Martin Kessler bei der Generalversammlung der Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). 310 der 3278 Aktionäre waren nach Stein am Rhein gekommen, um sich über das Ergebnis zu informieren. Die Mitarbeiter bauten im Winter Überstunden und Ferien ab. "Die Stimmung war trübe, da man nicht wusste, wie ob alle ihre Arbeit behalten konnten", berichtete der Verwaltungsratspräsident Roger Forrer.

Die Unterhaltskosten der Flotte sind hoch, die Saison kurz und wetterabhängig. So waren im ersten Jahr nach der Sanierung der URh Anpassungen nötig. Ein Überbrückungsdarlehen der beiden Hauptaktionäre Kanton Schaffhausen und Kanton Thurgau half, das Flaggschiff MS Schaffhausen technisch auf den neuesten Stand zu bringen. 1,5 Millionen Franken und 7000 Arbeitsstunden wurden investiert wurden.

Die Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein ist nach den umfangreichen Sanierungs- und Sparmassnahmen wieder gut auf Kurs. Bild: Güntert
Die Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein ist nach den umfangreichen Sanierungs- und Sparmassnahmen wieder gut auf Kurs. Bild: Güntert | Bild: Thomas Güntert

Im ersten Halbjahr 2017 brachten 123.000 Passagieren eine Auslastung wie seit 2009 nicht mehr. Aufgrund des schlechten Wetters ging der Betrieb jedoch in der zweiten Jahreshälfte zurück. So schloss das Betriebsjahr mit 350.000 Passagieren um vier Prozent schlechter ab als 2016. Der Durchschnittsertrag pro Passagier wurde jedoch um 1,2 Prozent gesteigert, was auf den vermehrten Verkauf von Tageskarten und neue Angebote zurückzuführen ist.

Zudem wurde die Auslastung bei den Klassik-Fahrten verbessert. Die Zahl der Sonderfahrten (über 60) lag um einen Drittel über dem Vorjahr. Immer beliebter würden die kurzen, zweistündigen Ausflugsfahrten, so der Geschäftsführer Remo Rey.

Einigkeit herrschte bei der Generalversammlung der Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein. Die Jahresrechnung wurde einstimmig und der Verwaltungsrat mit lediglich einer Enthaltung gewählt. Bild: Güntert
Einigkeit herrschte bei der Generalversammlung der Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein. Die Jahresrechnung wurde einstimmig und der Verwaltungsrat mit lediglich einer Enthaltung gewählt. | Bild: Thomas Güntert

Am Ende konnte die URh 2017 bei einem Ertrag von knapp 4,9 Millionen Franken wieder mit einem Gewinn von 424.000 Franken abschließen und den Verlust der Vorjahre fast komplett kompensieren. Neben den Sparmaßnahmen der Sanierung haben die Aktionäre zu dem guten Ergebnis beigetragen, indem sie für rund 260.000 Franken neue Aktien zeichneten.

Die Jahresrechnung wurde von den Aktionären einstimmig angenommen. Ernst Bott, Geschäftsführer von Thurbo und Walter Vogelsanger, Vertreter von SH Power, scheiden aus dem Verwaltungsrat aus. Der schrumpft auf sieben Sitzen.

Nach der Generalversammlung der Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein gingen die Aktionäre auf eine einstündige Rundfahrt. Bild: Güntert</span>
Nach der Generalversammlung der Schweizer Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein gingen die Aktionäre auf eine einstündige Rundfahrt. | Bild: Thomas Güntert