Kultur Das Saxophonquartett Signum lotet mit viel Spaß und Virtuosität die Klangvariationen des Saxophons aus

Das Saxophonquartett Signum geht neue Wege beim Bachfest in Schaffhausen. Klassische Kompositionen erklingen so auf faszinierende Weise.

Das 27. internationale Bachfest Schaffhausen unter dem Motto „Bach verwandelt“ bot eine breite Palette von Konzerten mit Künstlern an, die sich auf unterschiedlichsten Wegen Bachs Musik nähern. Ein herausragendes Hörerlebnis schenkte das Saxophonquartett Signum seinen Gästen in der Kammgarn Schaffhausen.

Vier Freunde, aus Slowenien, Rumänien und Italien stammend, Blaz Kemperle (Sopransaxophon), Hayrapet Arakelyan (Alt), Alan Luzar (Tenor) sowie Guerino Bellarosa (Bariton), musizieren größtenteils schon seit der Gründung des Quartetts 2006 gemeinsam. Sie faszinierten ihre Zuhörer mit der großen Wandelbarkeit ihres Instruments. Das Saxophon, vom Belgier Adolphe Sax 1840 erfunden und für den sinfonischen Gebrauch bestimmt, kam vorwiegend in Marsch- und Militärkapellen zum Einsatz. Erst mit Aufkommen des Jazz in New Orleans begann sein Siegeszug um die Welt mit seinem variablen Klang sowie großen dynamischen Umfang.

Fälschlicherweise wird das Instrument am ehesten mit Jazz-Musik, Rock und Pop in Verbindung gebracht. Nun erwecken die vier Künstler seit Jahren wieder die andere Seite der Einsatzmöglichkeiten – und das sehr erfolgreich. In Konzertsälen weltweit begeistern sie und wurden mit zahlreichen Preisen geehrt. Unterschiedlichste Programme und Projekte zeigen den Spaß am Experimentieren sowie die Neugier der Musiker am Ausloten der Klangvariationen des Saxophons.

Unter dem Titel „Bach jenseits“ kann sowohl die Genialität Bachs als auch das Weitertragen seiner Kunst in die Gegenwart und Zukunft verstanden werden. Einfühlsam und virtuos stellen die Künstler Bachs Ouvertüre Nr.1 C-Dur, BWV 1066, in Transkription, sowie das Italienische Konzert F-Dur, BWV 971 Werken von Steve Reich (1936), David Maslanka (1943), Marcelo Zarvos (1969) und Astor Piazolla gegenüber. „Augen zu – und zuhören“, war die Aufforderung von Alan Luzar.

In der Komposition von Maslanka sind Bachchoräle und Balkan-Musik zu erahnen. Das Sopransaxophon klingt wie eine Klarinette, das Bariton wie das Zupfen auf dem Kontrabass oder ein Basic Slap Bass beim Funk. Reich widerspiegelt die Gesellschaft. Der Grundtenor ist einfach nur nervig. Auf einem Gerüst aus einer höchstens mit einer Rückung verbundenen, zwölf-minütigen, auf drei Töne reduzierten „Melodie“, schwebt der teils schrille Überbau. Die rastlose Hatz, das Einerlei sind zu spüren. Nur kurze melodische Einwürfe stehen über diesen „Geräuschen der Umwelt“. Die fabelhaft aufeinander eingespielten Musiker glänzen mit technischer Brillanz und Sensibilität – ein Vergnügen, ihnen zuzuhören und zuzusehen. Erst nach einer Zugabe entlassen die restlos begeisterten Konzertbesucher die überragenden Künstler mit tosendem Applaus von der Bühne.

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