Die gebürtige Jamaikanerin Christine Beck, Frau des ehemaligen Munotwächters Christian Beck, verließ etwas frühzeitig den Einweihungsapéro, den Schaffhausens Stadtpräsident Peter Neukomm im Restaurant Güterhof gab. Sie eilte die Treppe zum Munot hoch. Punkt 21 Uhr zog sie im Turm am Glockenseil. Doch bevor sie zum Seil griff, drückte sie einen neu eingebauten Schalter und Licht erhellte das hin- und her schwingende Munotglöggli. Das ist neu. Seit Jahrhunderten, genauer seit 1589, konnten die Schaffhauser in den dunklen Herbst- und Winternächten das Munotglöcklein nicht sehen, nur hören.

Kleine Lichtquellen sorgen für Präzision

Die Inszenierung des Munotglöckleins ist Teil des neuen Beleuchtungskonzepts, das der Schaffhauser Stadtrat in Auftrag gegeben hat. Das Stadtparlament, der Große Stadtrat, hat den Kredit für die Umsetzung mit dem Budget 2019 genehmigt. Die Arbeiten sind jetzt beendet.

Punkt 19 Uhr wurde die neue Beleuchtung eingeschaltet. Zwei Stunden später, um 21 Uhr, schaltete Christine Beck, stellvertretend für die amtierende Munotwächterin Carola Lüthi, die mit ihrem Mann in den Ferien weilt, die kleinen Lichtquellen zu, welche die Glocke fortan während der fünf Minuten, die von Hand geläutet werden, präzise illuminieren.

Besondere Herausforderung

Die Beleuchtung des Munotglöckleins, so führte beim Einweihungsapéro die Schaffhauser Lichtdesignerin Angelika Dreher aus, war eine besondere Herausforderung. Sie hat mit ihrem Atelier-Dreher-Team die Erneuerung der Munotbeleuchtung konzipiert. Es ist ihr gelungen, so bestätigten Stadtpräsident Peter Neukomm und Stadträtin Katrin Bernath, Lichtemmissionen und Lichtimmissionen zu vermeiden.

Es wird heute selbstverständlich darauf geachtet, daß die Hirsche im Munotgraben und auch durchfliegende Fledermäuse so wenig wie möglich von Streulicht gestört werden. In die Umsetzung des Projekts waren SH Power, der Bereich Hochbau, der Denkmalschutz, der Natur- und Umweltschutz sowie der Munotverein involviert.