In den nächsten drei Wochen glitzert und funkelt es in Basel nicht nur, die Stadt hat auch allerlei Besonderheiten zu bieten, die es nur zur Weihnachtszeit gibt. Manches ist „e bizzeli“ strahlender, „e bizzeli“ festlicher, einfach schöner. Schließlich steht Weihnachten vor der Tür.

Erst am Claraplatz geht es richtig los. Die großen Lichterbögen überspannen die Einkaufsmeile in Großbasel. Hier in Kleinbasel hängt da und dort ein mit einem Lichterstern geschmückter Baselstab an der Fassade, als befürchte man, im globalisierten Weihnachtstreiben die baslerische Identität zu verlieren.

Dabei hat die Stadt mit den Basler Läckerli ja eine weit über die Grenzen von Rhein und Alpen hinaus bekannte Gebäckspezialität. Die harten Lebkuchen gibt es in der Adväntsgass auch. Adväntsgass heißt der obere Teil der Rheingasse in der Vorweihnachtszeit. Am Donnerstag vor dem ersten Advent wird hier eine gesamtschweizerische Spezialität zelebriert. Überall stehen Tische und Bänke. Ab sechs Uhr abends füllen sie sich. Ein Mann verkauft Wein. Am Stand gegenüber holt sich eine junge Frau einen Klöpfer. „Ich muss jetzt erst einmal etwas essen“, sagt sie, „Das Hotel Sorrell hat nicht mit so vielen Menschen gerechnet.“

Fondue geht auch im Freien.
Fondue geht auch im Freien. | Bild: Martina David-Wenk

Vor dem Hotel stehen die Leute mit Caquelon in der Hand Schlange. Heute ist Fondue-Plausch, das Hotel spendiert den Käse, alles andere müssen die Gäste selbst mitbringen.

Die Adväntsgass in Kleinbasel ist der spontane, fast dörfliche Gegenentwurf zu anderen Feiern in der Stadt. Die Gasse ist eng, die Häuser sind niedrig. Es gibt noch richtige Beizen, schöne Hinterhöfe, aber auch schon schicke Läden, die ein wenig fremd wirken. Die Weihnachtsdeko hält sich in Grenzen, wichtig ist das Zusammensein. Am besten geht das beim Essen und Trinken. Klar gibt es Klöpfer und Bratwurst, aber eben auch vietnamesisches oder thailändisches Essen. Auf typische Weihnachtsgefühle scheinen die Besucher der kleinen Festmeile wenig Wert zu legen. Sie sind beieinander, feiern – eigentlich doch wie Weihnachten, nur ohne „Last Christmas“.

Sonst bedient die Stadt aber gerne das vermeintlich „echte“ Weihnachtsgefühl. Sie wirbt damit, im letzten Jahr beim Ranking der europäischen Weihnachtsmärkte den achten Platz belegt zu haben. Der Märchenwald auf dem Münsterplatz scheint wirklich aus der Zeit gefallen. Selbst die abgebrühtesten Erwachsenen sind vor Weihnachtsgefühlen hier nicht sicher. Kinder backen in der Zuckerbäckerei Grättimänner, sieden Seifen, arbeiten in der Drechslerei und der Schmiede; im Märchenwald ist die Welt ein kleines Handwerkerdorf.

In Kleinbasel sorgen der Baselstab und Fondue für Stimmung.
In Kleinbasel sorgen der Baselstab und Fondue für Stimmung. | Bild: Martina David-Wenk

Klaus Kaiser aus Schliengen verkauft Liköre und Marmeladen auf dem Münsterplatz. Er sei schon viele Jahre hier, sagt der Beschicker, der auch auf dem Lörracher Wochenmarkt zu finden ist. Noch sei das Geschäft eher lau, doch in der letzten Woche ziehe es gewöhnlich an. Wem das alles zu kommerziell, zu wenig zum Innehalten ist, kann zum Theater gehen.

Dort wird ab 17 Uhr ein Türchen am Adventskalender geöffnet, eine halbe Stunde präsentieren Schauspieler dann Heiteres, Besinnliches oder Nachdenkliches.