Mehr als vier bis fünf der 36 Häuser, die sich am Freitag, 19. Januar, 18 bis 2 Uhr, an der 18. Basler Museumsnacht beteiligen, sind in den acht Stunden kaum zu schaffen. Die Redaktion hat einige persönliche Tipps für die Nacht zusammengestellt.

  • Kunsthalle: Warum läuft mir diese Person schon minutenlang hinterher und lässt mich keinen Moment aus den Augen? Verfolgt sie mich? Ja, das tut sie, aber ohne böse Absicht – zumindest in der Kunsthalle Basel. Diese macht Besucher der Museumsnacht zu Performern. Sie dürfen Lose ziehen mit einer Idee zu einer Performance. Eine davon lautet: Verfolge eine Person so lange wie möglich; in Anlehnung an „Following Piece“ des US-Amerikaners Vito Acconci, der 1969 auf New Yorks Straßen Passanten folgte, bis diese im Privaten verschwanden. Alle Lose greifen Arbeiten von Performance-Künstlern auf und vermitteln so spielerisch die Geschichte dieses Genres. Mit dem Thema Performance bewegt sich die Kunsthalle übrigens in bester Basler Tradition. Schließlich lässt sich der Morgestraich als Auftakt zur Fasnacht auch als größte kollektive Performance der Stadt deuten. Daniel Gramespacher
  • Cartoonmuseum: Die Museumsnacht finde ich persönlich etwas total Hervorragendes. Ich als Jugendliche oder junge Erwachsene habe nicht immer die Möglichkeit, für mehrere Museen einen Eintritt zwischen 20 und 25 Franken zu bezahlen. Außerdem lohnt sich die Museumsnacht für mich immens, da man bis zum Alter von 26 Jahren gratis hineinkommt. Deswegen sind dort auch sehr viele junge Leute unterwegs.
    Ich kann mir jedes Museum ansehen, das mich „schaulustig“ macht. Meine persönliche Empfehlung ist das Cartoonmuseum Basel. Man hat dort auch immer die Möglichkeit, selbst etwas zu machen, sei es ein Button oder etwas anderes. Sophia Stirnadel (18)
  • Tinguely Museum: „Belle Haleine – Der Duft der Kunst“, nannte sich vor knapp drei Jahren die erste Ausstellung des Basler Museums Tinguely zur Rolle der Sinne in der Kunst. Die aktuelle Museumsnacht stellt unter dem Titel „Dufte Welt“ nun mehrere Sinne ins Zentrum einer sinnlichen Entdeckungsreise über mehrere Stationen vom Dreispitz bis nach Riehen. Im Haus der elektronischen Künste im Dreispitzareal lockt die interaktive Installation „E.F.G. Kiss“ zu einem Kuss mit allen Sinnen, im Spielzeugwelten Museum kreieren Parfümeure eigene Düfte, im Botanischen Garten kann selbst Curry-Pulver gemischt werden und die Fondation Beyeler lädt zu späterer Stunde zu „duftenden Erinnerungen“, einem sinnlichen Spazierung vorbei an Paul Klees Werken. Da sage noch einer Kunst und Museen dufteten vor allem nach trockener Luft. Michael Baas
  • Musiksaal: Er ist einer der ältesten Musiksäle Europas und wird gerade aufwendig restauriert. Während der Aufführungsort für die Öffentlichkeit verschlossen bleibt, widmet das Museum Kleines Klingenthal dem Musiksaal Basel eine Ausstellung. Dort geht es bei der Museumsnacht historisch, musikalisch und tierisch zu. Kinder können sich an Giraffenklavier und Drachenposaune ausprobieren; eine Modenschau mit Kleidung aus der Belle Epoque und Anekdoten aus dem Musiksaal ergänzen das Konzertprogramm. Richtig experimentell wird es spätabends, wenn der Violinist Gregor Haenssler auf den Boxclub Basel trifft. Dorothee Soboll
  • Skulpturhalle: Die Museumsnacht ist ein Abenteuer für die ganze Familie. Wenn sich Groß und Klein auf Entdeckungsreise begeben, empfiehlt sich die Skulpturhalle als eine dankbare Station. Üblicherweise ist die Sammlung antiker Statuen beziehungsweise sind deren Abgüsse etwas für Altertumsspezialisten. Bei der Museumsnacht jedoch entpuppt sich die sonst eher wissenschaftlichen Zwecken dienende Einrichtung als ein wunderbarer Ort für Begegnungen mit Geschichte und Geschichten. In diesem Jahr geht es um Amazonen, also um die starken Frauen aus den griechischen Mythen. Während die Kinder (Jungs ebenso wie Mädchen) in Workshops echten Amazonen-Schmuck basteln, können sich Mama und Papa mit dem Thema „Zwischen Liebe und Hass – Die Amazonen und ihre Männer“ befassen. Wenn das kein Familienprogramm ist. Willi Adam
Alle Infos zur Museumsnacht:www.museumsnacht.ch