Kultur Theaterfalle Basel inszeniert multimediales Theaterstück im Einkaufszentrum Stücki

Die Theaterfalle Basel hat wieder zugeschlagen. Für ihr neues multimediales Theaterstück "iThink" hat sich die Truppe das Einkaufszentrum Stücki ausgesucht. Was die Theaterfalle sich dabei gedacht hat und ob sich der Besuch des Stückes lohnt, erfahren Sie hier.

Das Setting ist an einem besonderen Spielort angesiedelt: im Basler Stücki Shoppingcenter. Man trifft sich an einem ganz lässigen Startpunkt, in der Lobby des gleichnamigen Hotels. Die Zuschauer werden von der charmanten Nina als Guide begrüßt und dürfen sich als VIP-Gäste bei einer Produktpräsentation fühlen. Bei dieser Produktion kann es sich nur um die Basler Theaterfalle handeln. Dahinter stecken Spezialisten für neue Theaterformate, die interaktive Inszenierungen mit dem Publikum ausprobieren.

Diesmal geht es um eine neue Smartphone-App, die auf den Markt kommen soll. Sie heißt „iThink“ (den Namen sollte sich die Theaterfalle patentieren lassen); und so heißt auch das neue Stück, in dem die ausgewählten Theatergäste als „User“ und Tester eingeladen sind. Geschrieben und inszeniert haben diese moderne Wirtschaftssatire Sarah Gärtner und Roland Suter. Das Autoren- und Regie-Duo blickt hinter die Kulissen, die Hochglanzfassaden, hinter denen es bröckelt.

Das ist doppeldeutig gemeint, denn es wird auch auf die wechselhafte Geschichte der umstrittenen Lokalität angespielt, wo früher eine Stückfärberei angesiedelt war und heute der Konsumtempel Stücki steht. Es geht auch darum, dass die Macher in diesem fiktiven Team, das die App entwickelt, programmiert und promotet – man fühlt an die Werbemaschinerie von Apple & Co erinnert – hinter den Kulissen kräftig zerstritten sind. Nicht von ungefähr heißen die kreativen Köpfe hinter dieser Start-up-Firma Adam und Eve, und wird Eve am Schluss von einem überdimensionalen Apfel erschlagen.

Vor diesem Showdown geht es durch das geschlossene Einkaufszentrum, vorbei an Läden, Glasfronten und Schaufensterpuppen, hinein in leer stehende Ladenräume, die von der „Falle“ zu Show- und Galerierooms umfunktioniert wurden, die Rolltreppen hoch und runter. Sehr effektvoll inszeniert ist der Irrsinn eines Konkurrenzkampfs und das Buhlen um die Gunst der Wähler auf der Rolltreppe, die für die Theatervorstellung eigens gesperrt wird. Beim genaueren Hinsehen wird auch am Rande der amerikanische Wahlkampf persifliert und Adam kriegt größenwahnsinnige Züge eines Donald Trump.

Bevor sich die vier Erfinder der App gegenseitig verbal zerfleischen, waschen sie schmutzige Wäsche, legen einen heißen Moral-Rap auf dem Verkaufstresen im Shop hin und preisen das Superhirn „iThink“ mit typischen Werbeslogans als Gesundheits- und Lernassistenten, überhaupt als den besten „Personal Assistant“ an, den man sich vorstellen kann.

Das Stück im Stücki ist angesiedelt zwischen Musical, Agit-Prop, Polit-Lehrstück, schwarzer Komödie und audiovisueller Multimedia-Show mit Live-Cam, Kopfhörern und Videoprojektionen. Am Schluss macht sich die Software „iThink“ selbstständig, übernimmt das Regiment und propagiert eine neue digitale Ethik. Schöne Aussichten!

Vorstellungen: vom 7. bis 9. und 13. bis 16. September, jeweils um 19.30 Uhr. Tickets und Informationen im Internet: www.theaterfalle.ch/ithink

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