Im 6er-Trämli zwischen Riehen und Basel redet eine Frau in einem fort über die kalten Holzsitze und das Wetter, während der neben ihr sitzende Fahrgast einsilbig antwortet. In Grenzach will eine Frau auf der Bank nur Franken umwechseln, wobei ihre Daten bis hin zur Blutgruppe ausspioniert werden. Und in einer Tierarztpraxis treffen sich ein Mann und eine Frau mit einem verschnupften Fisch und einer psychisch gestörten Schnecke.

Drei von 15 Sketchen, Szenen und Gedichten der Basler Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Yvette Kolb, die sie mit viel Humor zu ihrem komödiantischen Zwei-Personen-Stück „O du fröhliche Zweisamkeit“ verarbeitet hat.

Die Alltagssatire bringt auch viel Witziges zum Thema Geschlechterkampf auf die Bühne des Riehener Kammertheaters. In das köstliche Ehetheater der Marke Kolb fließen reichliche Erfahrungen beim Beobachten von Paarverhalten und Alltagssituationen des täglichen Ehelebens im Rentenalter ein. Dabei verschweigt Kolb in psychologisch hintergründigen Anspielungen nicht die eheliche Tristesse.

Als Kolbs Sketchpartner schlüpft Jürgen von Tomei auch mal in die Rolle des alternden Playboys, der die Frauen liebt, obwohl die Schmetterlinge im Bauch längst flügellahm geworden sind. Der Zeichner, Karikaturist, Kabarettist und Schauspieler, der die Bücher von Yvette Kolb und das Plakat illustriert hat, passt mit seinem trockenen Humor wunderbar in die Rollen des wunderlichen Alten in Kolbs Altersgedichten und Prosa-Witzeleien über das Altern.

Yvette Kolb betrachtet die „Zweierkisten“ mit liebevoller (Selbst-)Ironie. Skurril und aberwitzig ist dabei oft die purzelbaumschlagende Logik. Sie, die zuletzt mit ihrem humorvollen Buch über die „Dachkatzen vom Basler Marktplatz“ einen Bestseller landete, schreibt Loriot weiter.

Das sind kleine Bühnenszenen und Anekdötchen, mit lockerer Hand aufbereitet und speziell durch die Brille des Älterwerdens betrachtet. Die beiden Figuren hat Kolb sich und Tomei auf den Leib geschrieben, und beide zeigen sich wandlungsfähig in immer neuen Rollen und Verkleidungen, während beim Umbau auf der Bühne zur Überbrückung alte Schlager laufen. Ihre Komik beziehen die Sketche oftmals aus den Missverständnissen zwischen den Personen. Vieles ist aber durchaus realitätsnah und dürfte in manchen Familien der älteren Generation so ähnlich vorkommen, wird nur humorig-satirisch überspitzt.
 

Aufführungen des Zwei-Personen-Stücks „O du fröhliche Zweisamkeit“ sind am 20./21. sowie 27./28. April, 20 Uhr.