Die Sommer werden heißer, die Trockenperioden länger. Feuerwerke, wie sie zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August gehören, könnten bald Geschichte sein. Einzelne Gemeinden im Basler Umland, wie Bottmingen, haben bereits angekündigt „mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt“ kein Feuerwerk mehr zu zünden. Im Basler Präsidialdepartement wiegelt man dagegen ab. Gegenwind gibt es aber auch auf einer anderen Ebene: Erste Genossenschaften des Migros-Verbunds geben den Verkauf von Feuerwerk auf, weil die Nachfrage zu gering ist.

Viele Menschen, so heißt es im Präsidialdepartement, sähen die Feuerwerke im Sommer wie zum Jahreswechsel als Tradition an. Gleichwohl sei die Belastung unbestritten und es gelte jeweils abzuwägen zwischen öffentlichem Interesse und der Feinstaub- und Lärmthematik. Vergangenen Sommer waren Feuerwerke wegen der Trockenheit ohnehin schweizweit fast durchgängig verboten. Die Diskussion geht aber weiter.

Als erste Stadt der Schweiz hat im Februar auch Basel den Klimanotstand ausgerufen. Sabine Horvath, im Regierungspräsidium fürs Standortmarketing verantwortlich, äußert sich vorsichtig: „Basel übt seit vielen Jahren große Zurückhaltung in Bezug auf Feuerwerke. Daran halten wir fest.“

Die Bundesfeier am Rhein fungiere aber auch als Basler Stadtfest und habe deshalb doppelte Bedeutung. Allerdings sei den Verantwortlichen auch die im Dezember 2018 veröffentlichte Studie des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (Bafu) bekannt, nach der das Abbrennen von Feuerwerkskörpern pro Jahr schweizweit rund 320 Tonnen Feinstaub und damit zwei Prozent des jährlichen Ausstoßes produziert.

Im Kanton Baselland entscheidet jede Gemeinde das Thema Feuerwerk für sich. Allschwil etwa denkt darüber nach, kein Feuerwerk mehr zu zünden. Von einem grundsätzlichen Verbot für Feuerwerke hat der Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Rolf Wirz dagegen noch nichts gehört. Allerdings habe es im Vorjahr viele positive Reaktionen gegeben. „Ich glaube, es gibt relativ viele Leute, die gut leben könnten ohne“, so Wirz zum Thema Kracher. Für ein grundsätzliches Verbot müsse es aber einen parlamentarischen Vorstoß geben, so Wirz.