„Es ist nicht so, dass wir einfach immer weiterwachsen möchten“, betont Carole Ackermann, Geschäftsleiterin des Trägervereins Neues JKF, der am 6. und 7. September die elfte Ausgabe des Jugendkulturfestivals Basel (JKF) veranstalten wird. Doch die Nachfrage scheint ungebrochen und so konnten erneut Rekordzahlen verkündet werden: Insgesamt seien 366 Bewerbungen eingegangen, so viele wie nie zuvor. Unter dem Motto „Meh Wärt als gratis“ werden am Wochenende bis zu 60 000 Besucherinnen und Besucher erwartet.

Gebucht wird beim JKF niemand. Stattdessen entscheiden Programmjurys aus jungen, szenenahen Personen aus der Region in den Kategorien Musik, DJ, Tanz und Theater/Literatur, wer einen Platz im Programm erhält. Dieses Jahr sind es 215 Darbietungen verteilt auf 16 Spielorte, 1600 Künstler sind beteiligt. Hinzu kommen 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Ob Konzerte, DJ-Sets, Tanz-Shows und Theater-Vorführungen oder aber auch Lesungen, Ausstellungen und Workshops: Das Programm hält für jeden etwas bereit. Nicht minder wichtig ist den Festivalmachern allerdings der ökologische Aspekt ihres Schaffens. Man sei stolz, schon lange eine Vorreiterrolle in der Nachhaltigkeit einzunehmen, so Simon Handschin, Vorstandsmitglied des Vereins. Erstmalig wird das JKF parallel zum Festivalprogramm ein Netzwerktreffen in Kooperation mit „saubere-veranstaltung.ch“ durchführen, einer Interessensgemeinschaft für nachhaltige Kultur- und Sportveranstaltungen. Thema des Ideenaustauschs sind die Aspekte Kreislaufwirtschaft und Ernährung. Denn auch bei der Auswahl des gastronomischen Angebots habe man verstärkt darauf geachtet, lokale Anbieter einzubinden. So komme das Bier nicht von „irgendwelchen globalen Konzernen, sondern direkt aus‘m Gundeli“, grinst Handschin.

Eine weitere Neuerung stellt das Projekt #dökorieren dar, welches jungen Kreativschaffenden die Möglichkeit gibt, unter möglichst geschlossenen Materialkreisläufen an einer nachhaltigen Gestaltung des öffentlichen Raums mitzuwirken. Das Projekt, das in Kooperation mit dem Upcycling-Markt OFFCUT Basel durchgeführt wird, baut auf die Beteiligung junger Interessierter und sei Teil der Sensibilisierungsarbeit, welche das JKF leiste.

45 000 Mehrwegartikel – zwei Tonnen Müll eingespart

In diesem Kontext weisen die Organisatoren darauf hin, dass durch die Verwendung von Mehrwegartikeln alleine in der vergangenen Ausgabe 2017 zwei Tonnen Müll eingespart wurden, 45 000 Mehrwegartikel seien an den beiden Tagen im Umlauf gewesen. Neuerungen gibt es jedoch nicht bloß im Bereich der Nachhaltigkeit, sondern auch im Programm: Die Veranstalter freuen sich, dass man die Bar „Des Arts“ am Barfüsserplatz als neue Indoor-Location für DJs elektronischer Musik gewinnen konnte. Ebenfalls neu dabei ist das Stadtkino, in dem eine Auswahl der besten Musikvideos aus der Region der vergangenen zwei Jahre präsentiert wird, sowie das Gässli Filmhaus, das eine „Virtual-Reality-Experience“ zum Thema Innovatives Storytelling beherbergt. Der Barfüsserplatz wird in Zusammenarbeit mit dem Verein „the movement“ zur Heimstätte der HipHop-Kultur und beherbergt Breakdance-Battles, Tanzshows und Rap-Konzerte. Auch ein Act mit Lörracher Wurzeln findet sich im Programm wieder: Céline Huber und Band spielen am Samstag im Bird‘s Eye Jazz Club um 23.45 Uhr.

Termin: Das Jugendkulturfestival findet am 6. und 7. September in der Basler Innenstadt rund um den Barfüsserplatz statt. Der Eintritt ist frei.