Noch zwei Spielzeiten kann das Förnbacher Theater in der Theaterhalle im Badischen Bahnhof bleiben. In zwei Jahren allerdings will die Deutsche Bahn mit Bauarbeiten für ein auf sieben Jahre angelegtes Großprojekt beginnen. Nach 22 Jahren wird die Helmut Förnbacher Theater Company die vertraute Spielstätte verlassen müssen.

„Eine schöne Zeit, die wir hier verbringen durften“, sagt Theaterleiter Helmut Förnbacher. Die bekannte Schauspielerfamilie hofft, dass sie bis dahin passende Räume in Basel findet, um den Theaterbetrieb weiter aufrechtzuerhalten. Man habe viele treue Zuschauer, auch aus dem Badischen. Da wäre es „eine traurige Sache“, das aufzugeben, so der fernsehbekannte Schauspieler und Regisseur. Umso mehr geht Förnbacher mit Elan in die neue Spielzeit.

23 Stücke stehen auf dem Spielplan – eine Rekordsaison mit fünf Neuproduktionen und 18 Wiederaufnahmen. Für das ambitionierte Programm bedarf es mehrerer hundert Kostüme und Requisiten, ein ganzer Lastwagen voll. Saisonauftakt ist mit August Strindbergs „Fräulein Julie“ in der Inszenierung von Gastregisseurin Verena Buss. (B-Premiere am Freitag, 20. September, 19.30 Uhr). Die Regisseurin kombiniert den Einakter mit Rilkes „Weise von Liebe und Tod“; für Förnbacher ist es eine schlüssige Geschichte.

Die zweite Neuinszenierung ist so etwas wie die Fortsetzung von psychischen Beziehungen: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Edward Albee, ein unglaubliches Stück, auch heute noch, in dem so ziemlich alles auf die Bühne kommt, was ein Eheleben bietet. (Premiere mit Kristina Nel ist im Oktober).

Moderne Physik in einer Zweierbeziehung

Nach vielen Jahren wird Molières „Eingebildeter Kranker“ neu inszeniert. Dieter Mainka, Doyen des Ensembles, kann in dieser dankbaren Rolle sein 66-jähriges Bühnenjubiläum feiern.

Mit Simon Stephens „Heisenberg – das Unschärfeprinzip“ steht ein unterhaltsames Schauspiel an. Die Zweiergeschichte verweist im Titel auf zwei Moleküle, die sich nicht angleichen können. Diese Unschärfentheorie wird auf zwei Personen projiziert.

„Mich nimmt es sehr in Beschlag“, bekennt Helmut Förnbacher, der das Zwei-Personen-Stück selber inszeniert und mitspielt. Das anspruchsvolle neue Spielzeiten-Programm zeigt, wie sehr das Förnbacher Theater ein etabliertes Theater ist. Daher betont Helmut Förnbacher: „Ein solches Theater muss in Basel bleiben“.