Bahnanbindung des Euroairports, Taktverdichtung der S-Bahn zwischen Badischem Bahnhof Basel und Lörrach sowie Ausbau und Elektrifizierung am Hochrhein: Der Schweizer Bund beteiligt sich mit 200 Millionen Franken an grenzüberschreitenden Verkehrsprojekten im Dreiländereck. Dies hat das Schweizer Parlament am Freitag beschlossen. Weitere 740 Millionen Franken bewilligte es für Projekte auf Schweizer Boden im Raum Basel.Damit anerkenne der Schweizer Bund die regionalen Planungen zur Stärkung des Nahverkehrsangebotes auf der Schiene verbindlich, heißt es in einer Pressemitteilung der Geschäftsstelle Agglo Basel.

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Nach dem Beschluss des Bahn-Ausbauschrittes 2035 plant und finanziert der Schweizer Bund Infrastrukturprojekte auf Schweizer Gebiet und beteiligt sich an den Kosten für grenzüberschreitende Maßnahmen. So könne die Basler S-Bahn zukünftig ein attraktives Angebot erbringen, das den Mobilitätsbedürfnissen in der prosperierenden trinationalen Agglomeration gerecht werden kann, schreibt Emanuel Barth, Leiter von Trireno.

Projekte auf Schweizer Boden

Der Schweizer Bund finanziert und realisiert im Raum Basel bis 2035 unter anderem den Ausbau der Bahnhöfe Basel SBB (356 Millionen Franken) und Basel Badischer Bahnhof (38 Millionen), um den hindernis- und barrierefreien Zugang zu Bahnsteigen und Zügen zu verbessern, den neuen S-Bahn-Halt Basel Solitude unweit des Hauptsitzes des Pharmakonzerns Roche (27 Millionen) sowie den Kapazitätsausbau auf der Strecke Delémont-Basel (134 Millionen), was für die S-Bahn Basel-Aesch den 15 Minuten-Takt ermöglicht und für den Fernverkehr den Halbstundentakt Basel-Delémont-Biel mit stündlicher Verlängerung bis Genf.

Projektierung des „Herzstücks“

Für die zentrale Infrastrukturmaßnahme der trinationalen S-Bahn Basel, das „Herzstück“, also die unterirdische Verknüpfung von Badischem Bahnhof und Bahnhof SBB, hat das Schweizer Parlament 100 Millionen Franken für die Projektierung beschlossen.

„Damit sind für dieses Projekt sämtliche Arbeiten bis zur Baureife finanziert“, hält Barth fest. Die Finanzierung der Baukosten könne aufgrund des späteren Realisierungshorizontes über den nächsten Ausbauschritt erfolgen, ohne die Umsetzung zu verzögern.

Grenzüberschreitende Projekte

Neben den Maßnahmen auf Schweizer Territorium stellte das Schweizer Parlament einen Beitrag von 200 Millionen an drei grenzüberschreitende Projekte im Raum Basel ein, deren Kosten sich insgesamt auf mehr als 500 Millionen Franken belaufen: die Bahnanbindung des Euroairports Basel-Mulhouse einschließlich der neuen Haltestelle Basel Morgartenring, die Verdichtung des Angebots auf der Regio-S-Bahn-Linie S 6 (Basel-Zell) im Abschnitt Basel Badischer Bahnhof bis Lörrach Hauptbahnhof auf vier Züge pro Stunde sowie Ausbau und Elektrifizierung der Hochrheinbahn von Basel bis Erzingen.

Der konkrete Betrag, den die Schweiz ausrichten wird, sei jeweils noch mit den französischen und deutschen Projektträgern zu vereinbaren.

Region begrüßt Beschluss

Trireno begrüßt den Beschluss des Schweizer Parlamentes. Auch wenn nicht alle geforderten Maßnahmen berücksichtigt wurden, darunter mangelnde Streckenkapazität zwischen Pratteln und Rheinfelden/Schweiz, ermöglichten die vorgesehenen Maßnahmen eine wesentliche Verbesserung des Angebotes. Mit dichteren Takten, neuen Direktverbindungen und zusätzliche Haltestellen könne die S-Bahn künftig als leistungsfähiges, effizientes und attraktives Verkehrsmittel ihrer zentralen Funktion für die Mobilität in der trinationalen Agglomeration noch besser gerecht werden.

Der Verein Regio Basiliensis wertet die Projektierungsmittel für das „Herzstück“ in einer Mitteilung als Erfolg für die Petition „Ja zum Herzstück Basel. Jetzt“, die Anfang März mit mehr als 10 500 Unterschriften in Bern eingereicht wurde. Die Verknüpfung der verschiedenen Zulaufstrecken über das Herzstück bedeutet mit den vielen neuen Direktverbindungen einen Quantensprung im Angebot der S-Bahn.

Der Waldshuter CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner hofft, dass die Entscheidung des Schweizer Bundes zur Förderung grenzüberschreitender Projekte mehr Dynamik in Ausbau und Elektrifizierung der Hochrheinbahn bringt; Ende 2020 soll hier das Planfeststellungsverfahren beginnen.