Kultur Der Künstler Werner von Mutzenbecher zeigt Spiegelungen und Spielfiguren im Kunst Raum Riehen

Werner von Mutzenbecher malt, zeichnet, filmt und schreibt. Die aktuelle Ausstellung im Kunst Raum Riehen zeigt ihn als einen universellen Künstler.

Werner von Mutzenbecher setzt in seinen Bildern ein strenges Form- und Farbspektrum um. Man könnte eines seiner Hauptwerke, das „Rote Quadrat, gehalten“, stellvertretend für die geometrisch-abstrakte Malerei nennen und am ehesten noch als „konkret“ bezeichnen. Denn die Arbeiten des Malers sind auf die Bildelemente Fläche, Linie, Volumen, Raum und Farbe bezogen. Auch der Titel der Ausstellung „Spiegelungen“ im Kunst Raum Riehen lässt auf einen Bildaufbau nach mathematischen Regeln schließen, aber auch auf Reflexion und Nachdenken.

Benutzt wird eine eingeschränkte Farbpalette mit Rot, Weiß und Schwarz, was von Mutzenbechers auf ein Minimum an Form- und Farbstrukturen reduzierte Darstellung sinnfällig verdeutlicht. Der Betrachter kann dieses Spiel von Körper und Fläche nachvollziehen. Dass man von Mutzenbecher, der auch ein produktiver Autor und Filmer ist, aber nicht allein auf Geometrisches reduzieren kann, zeigen die Sternbilder mit ihren Darstellungen von Himmelskörpern, die Sternenhimmel mit Ägyptern, die Götter Isis und Osiris. Im Dachgeschoss schaut der Besucher dem Filmemacher von Mutzenbecher in zwei Videos mit Zeitungsausschnitten und Pressefotos von Prominenten, Politikern, Sportlern und historischen Ereignissen bis hin zu Kriegsszenen über die Schulter.

So vielfältig wie von Mutzenbecher in Malerei und Film arbeitet, so schreibt er auch, Bücher mit Kurzgeschichten und „lyrisch hingeworfene Sachen“. Die Geschichten wirken nicht so streng gebaut wie die Bilder, sind eher frei, erzählerisch, unterhaltsam. Von Mutzenbecher spielt mit dem Geschichtenmachen. Die Texte zeigen ihren Verfasser als einen universell interessierten Menschen. Nachdem am Anfang das lyrische Ich in den Geschichten dominierte, begann der Autor in den 90er Jahren, Figuren zu erfinden, etwa den Bärentöter, eine absonderliche Figur, den Waidmann, Hobbyphilosophen oder einen Jonathan, der sich in Selbstreflexionen auf seinen Spaziergängen übt. Überhaupt ist in den Figuren „viel von mir dran“, meint von Mutzenbecher, was bei den meisten Autoren mehr oder weniger der Fall sein dürfte. Da er Musiker mehr als alle anderen Künstler bewundert, schreibt er auch Musikergeschichten.

Im Gegensatz zu seiner großformatigen Malerei scheint der Schriftsteller Werner von Mutzenbecher ein Meister der kleinen literarischen Form zu sein. Bei seiner Lesung im Rahmen der Ausstellung standen Kindheitserinnerungen im Vordergrund. Interessant ist, dass er in seiner Malerei meist abstrakt ist, während seine Kurzgeschichten Menschenbeobachtungen aus dem Alltag sind und dem Autor von Mutzenbecher als „Spielfiguren“ dienen.

Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 29. April, geöffnet ist sie Mittwoch bis Freitag von 13 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Eine Filmmatinee mit Filmen von Werner von Mutzenbecher findet am Sonntag, 29. April, 11 Uhr, statt.

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Basel
Kultur
Kultur
Saint-Louis/Basel
Kultur
Kultur
Die besten Themen