Die Bürgerinitiative Südbadischer Flughafenanrainer (BISF) fürchtet, dass die Nachtstarts am Euroairport Basel-Mulhouse nach Norden verschoben werden. Sie führt als Beleg ein Schreiben an, in dem der Flughafen alle Piloten auffordert, nach 23 Uhr nach Norden zu starten. Der Euroairport weist auf Anfrage darauf hin, dass diese Einzelmaßnahme in ein Gesamtpaket einzuordnen sei, das die Lärmsituation für alle Gemeinden rund um den Flughafen deutlich entschärfen soll.

Dabei sei das Schreiben nur eine von vielen Maßnahmen, erklärt Vivienne Gaskell, Pressesprecherin des Euroairports. Die Darstellung des Anrainerverbands bezeichnet sie als stark vereinfacht und tendenziös. Bei den Betriebsbedingungen am Euroairport gelte grundsätzlich, dass nach 22 Uhr, wenn immer möglich, nach Norden gestartet wird, um dicht besiedeltes Gebiet zu vermeiden.

Lärm soll möglichst wenig Menschen betreffen

Laut Gaskell werden schon seit Jahren rund 80 Prozent aller Abflüge am Euroairport nach 22 Uhr in Richtung Norden, der bedeutend weniger besiedelt ist, abgewickelt. Dieses Konzept habe sich bewährt. So könne vor allem in den sensiblen Nachtstunden der Lärm über den dicht besiedelten Süden verhindert werden. Da es sich bei dieser Regelung um eine Empfehlung handle, habe der Flughafen im Zusammenhang mit den im April vorgestellten Lärmmaßnahmen die Fluggesellschaften unter anderem anhand des Schreibens nochmals auf diese lärmmindernde Maßnahme hingewiesen.

Der Euroairport nehme das Bedürfnis nach Nachtruhe der Flughafenanrainer sehr ernst und setze alles daran, möglichst rasch wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, sagt die Pressesprecherin. Die BISF indes sieht durch das Schreiben ihre Befürchtung genährt, dass es dem Flughafen „nur um eine Verschiebung, nicht aber um Reduktion“ der Belastung geht. Damit würden Tatsachen geschaffen, die zu einer vermehrten Belastung von Frankreich und Deutschland führen, hält der BISF-Vorsitzende Jürgen Fingerle fest. Sollte die vom Verwaltungsrat des Flughafens beschlossene Prüfung innerhalb der kommenden zwei Jahre, ob auf Flüge nach 23 Uhr ganz verzichtet werden kann, zu einem negativen Ergebnis kommen, wäre die Nordverschiebung zementiert, schreibt Fingerle.