Mehrere Millionen Euro müssen Freiburg und der NachbarkreisBreisgau-Hochschwarzwald ausgeben, um die gemeinsame Integrierte Leitstelle mit einer neuen Software auszustatten. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, steht für das System, das Kommunikation und Einsätze steuert, eine Erneuerung an. Da sich der bisherige Anbieter aus der Sparte zurückgezogen habe, werde das Projekt im ersten Halbjahr ausgeschrieben, erklärte RathaussprecherToni Klein gegenüber dieser Zeitung. Die Entscheidung falle in der zweiten Jahreshälfte. Die fachliche Begleitung hat ein Ingenieurbüro aus Hagen übernommen.

Seit mehr als 40 Jahren betreiben die Stadt und der Landkreis eine gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle. Im Juli 2011 stieg das Deutsche Rote Kreuz und erweiterte die Kooperation zu einer Integrierten Leitstelle für Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Ihr Sitz ist an der Eschholzstraße im Stadtteil Stühlinger. Finanzbürgermeister Stefan Breiter, in dessen Zuständigkeit die Feuerwehr fällt, sowie der Erste Landesbeamte Martin Barth und DRK-Kreisvorstand Jochen Hilpert sehen in der neuen Software einen „wichtigen Schritt für die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr“. Die Investition lasse sich noch nicht beziffern, liege aber bei mehreren Millionen Euro, sagte RathaussprecherKlein. Sie umfasse nicht nur ein neues Programm, sondern beispielsweise auch neue Telefonie und Mitarbeiterschulung. Nach einer dreimonatigen Testphase soll die Software im Juli 2021 in Betrieb gehen.

Die Integrierte Leitstelle ist nach Angaben der Stadtverwaltung für ein 1531 Quadratmeter großes Gebiet zuständig, in dem fast eine halbe Million Menschen leben. In der Leitstelle landen jährlich rund 109 000 Notrufe (über 112), 121 000 Krankentransporte über die Nummer 192 22 sowie rund 41 000 Anrufe für den kassenärztlichen Notdienst über die Telefonnummer 116 117. Pro Jahr steuert die Leitstelle 7000 Einsätze der Feuerwehren und Rettungsdienste sowie 44 000 reine Rettungsdiensteinsätze.