Um das Stadtklima zu verbessern, haben die Gemeinderatsfraktionen Grüne, Freiburg Lebenswert/Für Freiburg und FDP beantragt, Dach- und Fassadenbegrünungen zu forcieren. Doch die Verwaltung sieht kaum Möglichkeiten, Eigentümer noch mehr als bislang zu verpflichten, Grün auf und an ihre Häuser zu bringen. Außerdem sei die Kontrolle nicht zu stemmen. Diese Aussagen führten im Bauausschuss zu Kritik.

Bereits jetzt, so erklärte Silke Schlegelmilch vom Stadtplanungsamt, setze die Verwaltung Dachbegrünungen standardmäßig in Bebauungsplänen fest. Im Bestand gebe es jedoch keine Handhabung, diese durchzusetzen – dort sei es besser, auf finanzielle Anreize zu setzen, meinte sie.

Ob ein Förderprogramm geschaffen werden könne, werde das Rathaus prüfen. Ähnlich sehe es beim Fassadengrün aus – auch dies sei bei bestehenden Gebäuden nicht zu erzwingen. In Neubaugebieten wiederum halte es die Verwaltung für besser, Bäume zu pflanzen und Grünflächen anzulegen, so Schlegelmilch: Das bringe für das Kleinklima mehr als eine Fassadenbegrünung.

Er verstehe nicht, warum man nicht beides mache, entgegnete Stadtrat Sergio Schmidt (JPG): sowohl Bäume und Grünflächen als auch Fassadengrün. Brigitte von Savigny (Unabhängige Listen) fand die Ausführungen der Verwaltung ebenfalls „zu wenig ambitioniert“. Eckart Friebis (Grüne) forderte, die Gebäudeeigentümer mit ins Boot zu holen: „Wir müssen dafür werben, dass das keine Gängelung ist, sondern aus klimatischen Gründen zwingend notwendig.“ aut dem neuen Klimaanpassungskonzept der Stadtverwaltung sorgt eine Fassadenbegrünung dafür, dass die „gefühlte Temperatur“ bis zu 15 Meter um das Haus herum um drei bis acht Grad zurückgeht, bei grünen Dächern sind es 1 bis 1,5 Grad im Umkreis von bis zu acht Metern.

Neben positiven klimatischen Effekten brachte Helmut Thoma (Grüne) weitere Vorteile von begrünten Fassaden ins Spiel: eine schönere Optik, kein Graffiti und weniger Schallreflexion. Karl-Heinz Krawczyk (Freiburg Lebenswert/Für Freiburg) wünschte sich, dass Dächer nicht nur bepflanzt, sondern auch für die Bewohner nutzbar gemacht werden – „wenn man schon unten alles zubetoniert.“

Anderer Meinung waren CDU und Freie Wähler. Wendelin Graf von Kageneck (CDU) fand, dass eine verpflichtende Fassadenbegrünung zu sehr in die Architektur eingreift und zudem zu höheren Kosten führe, was aus sozialen Gesichtspunkten schwierig sei.