Freiburg Freude in Freiburg über Stadttunnel

Ehrgeiziges Vorhaben zählt laut Verkehrswegeplan zu den Projekten, die bis 2030 realisiert werden sollen

Der Bundesverkehrsminister zählt den Stadttunnel tatsächlich zu den Projekten, die in den nächsten 15 Jahren realisiert werden sollen. Grünen-Stadtrat Eckart Friebis hätte gerne sofort darauf angestoßen. Erleichtert und zufrieden zeigten sich auch die Bundestagsabgeordneten und Vertreter der Initiative Stadttunnel. Enttäuschung hingegen im Landkreis. Der Falkensteigtunnel hat keine Chance. Am späten Mittwochnachmittag legte Minister Alexander Dobrindt (CDU) den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans vor, der Geld und Gewichtung für Straßenprojekte bis zum Jahr 2030 verteilt. Dass der 1,8 Kilometer lange Stadttunnel, der den bestehenden Schützenalleetunnel mit dem Zubringer-Mitte verbinden soll, die höchste Priorität erhalten würde, war schon durchgesickert . Damit hat das auf 325 Millionen Euro geschätzte Vorhaben die höchste Hürde genommen. Darauf wartet Freiburg seit 1984, als beim Beschluss zum Ausbau der B 31-Ost aus Kostengründen zunächst nur der Schützenallee- und der Kappler Tunnel realisiert worden waren. 40 Jahre später könnte also der Lückenschluss folgen.

„Ein ganz wichtiger Schritt ist geschafft“, sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon. Es habe sich ausgezahlt, dass die Stadt in Vorleistung getreten ist. Freiburg hat die fünf Millionen Euro teure Entwurfsplanung vorfinanziert mit dem Risiko, dass das Geld weg ist, wenn der Tunnel nie gebaut wird.

Genau das droht nun dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Er hatte drei Millionen Euro für die Planung des Falkensteigtunnels im Höllental vorfinanziert. Landrätin Dorothea Störr-Ritter wollte sich dazu nicht äußern. Es handle sich bislang nur um einen Entwurf des Verkehrswegeplans, den das Landratsamt erst noch prüfen müsse. Sie wolle weiterkämpfen.

Empört reagierte hingegen die Bürgerinitiative Pro Falkensteig. „Man kann nicht den Verkehr über eine vierspurige B 31-West schicken und einen Stadttunnel bauen, aber gleichzeitig das Nadelöhr in Falkensteig bestehen lassen. Wir fühlen uns vernachlässigt“, sagte Sprecher Matthias Riesterer. „Überglücklich“ ist die Bürgerinitiative Stadttunnel. Dass die Einstufung keinen Sofortvollzug vorsehe, sei kein Problem, sagte Vorsitzender Helmut Thoma. „Die weitere Planung wird noch Jahre dauern.“ „Erleichtert“ zeigte sich SPD-Bundestagsabgeordneter Gernot Erler in einer ersten Reaktion. Seine grüne Kollegin Kerstin Andreae lobte, die Bundesregierung habe die Einstufung des Stadttunnels der Landesregierung übernommen. Allerdings verzichte Dobrindts Entwurf auf eine Priorisierung mit der Folge, dass die aufgelisteten Projekte um ein Vielfaches mehr kosten als Geld vorhanden ist. Der CDU-Abgeordnete Matern von Marschall sprach von einem Meilenstein für die Region. „Wir haben den Jackpot geknackt“, sagte er im Hinblick auf alle Projekte in Südbaden.

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