Ob Kühlschrank oder Waschmaschine, Lampen oder Heizungen. Seit zehn Jahren bieten Stadt und Caritasverband den Stromsparcheck bei Freiburger Haushalten mit geringem Einkommen an. Die Stromsparhelfer sind meist Langzeitarbeitslose, die vom Jobcenter vermittelt und für diese Aufgabe geschult werden. Zwei von ihnen hat diese Zeitung zum Termin bei einer Familie in Mooswald begleitet.

Lothar Löffler steht mit einem kleinen, grauen Koffer vor der Wohnungstür von Familie Eren. Zusammen mit seinem Kollegen Vladimir Herr hat er heute wieder einen Auftrag zu erfüllen. Bei den Erens sollen die Ausgaben für Strom und Wasser kontrolliert und wenn möglich reduziert werden. Wie hoch sind die Nebenkosten? Wie oft läuft der Fernseher? Wie lange brennen die Lampen? Löffler steckt erstmal den Rahmen ab.

Dann geht es Raum für Raum durch die 90-Quadratmeter-Wohnung, in der Yasemin und Ismail Eren mit ihren fünf Kindern wohnen. Dabei geht der Blick zuerst nach oben – alte Glühbirne, Energiesparlampe oder LED? Löffler rät zu letzteren Leuchten, weil die weniger Strom fressen und meist länger halten. „Und sie enthalten kein Quecksilber“, nennt der Stromsparhelfer einen weiteren Grund pro LED und dreht kostenlos welche in die Lampe, die im Kinderzimmer hängt. Das gilt auch fürs Wohnzimmer: „Hier muss auch ne’ neue Birne rein“, sagt er und Kollege Vladimir Herr zieht eine aus dem Koffer.

Weiter geht’s in die Küche. Löffler kniet vor dem Kühlschrank und macht den Thermometercheck: „Sieben Grad sind perfekt.“ Dann montiert er ein Messgerät. Damit soll in den kommenden Wochen der Stromverbrauch genau analysiert werden. Sein Blick wandert zur Küchenzeile. Schnellkochtopf und elektrischer Wasserkocher – „so soll es sein“. Für das Spülbecken gibt’s einen neuen Perlator. Bisher fließen in zehn Sekunden 14 Liter durch den Hahn, künftig dürften es nur noch acht Liter sein.

Auch im Badezimmer misst Löffler den Wasserstrom am Waschbecken und unter der Dusche. Herr notiert auf seinem Zettel, dass hier ein Sparduschkopf künftig Ersparnisse bringen könnte.

Dass die Waschmaschine bei einer siebenköpfigen Familie oft schleudert, verwundert nicht. Doch auch hier kann Stromchecker Löffler Familie Eren über einen gängigen Irrtum aufklären: Der Schnellwaschgang sei nicht gerade das Schonendste und Stromsparendste. Sie sollten besser das Ökoprogramm nutzen.

Lothar Löffler ist einer von bisher 97 Stromhelfern. Er führt seit zwei Jahren Stromsparchecks durch. Das Jobcenter vermittelte ihm den 30-Stunden-Job im Projekt Soziale Teilhabe; wie andere ALG-II-Empfänger wurde er geschult. Für den 53-Jährigen, der seinen gelernten Beruf als Drucker nicht mehr ausüben kann, die „maßgeschneiderte Zwischenlösung“. Das sieht auch der 43-jährige Vladimir Herr so, der seit einem Jahr Hausbesuche macht. Beide haben ein Ziel vor Augen: Endlich wieder einen festen Job, idealerweise im Energie- und Sanitärbereich.

Bis dahin helfen sie im Projekt anderen Freiburgerinnen und Freiburgern, Strom und Wasser zu sparen und damit letztlich Geld.