Als unverzichtbares Element einer lebendigen Bürgergesellschaft bezeichnete Landesbischof Frank Otfried July in seiner Festansprache beim Bürgerempfang der Stadt Meßstetten das Ehrenamt. Das Ehrenamt sei eine wichtige Säule bürgerlicher und kirchlicher Arbeit und deshalb müsse die Gesellschaft das Ehrenamt stärken, so Frank Otfried July, der seit 14 Jahren an der Spitze der Evangelischen Landeskirche Württemberg steht. Das Ehrenamt halte die Gesellschaft zusammen und sei gerade hier in Meßstetten mit Händen zu greifen. Damit erinnerte er unter großem Beifall noch einmal voller Anerkennung an die Bewältigung der Herausforderung bei der Aufnahme und späteren Integration geflüchteter Menschen.

Vorbildlicher Einsatz vieler Helfer

Er habe sich bei einem Besuch in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Meßstetten vor drei Jahren selbst von dem riesengroßen Engagement der Menschen überzeugen können. Frank Otfried July stellte fest: „Das gemeinschaftliche, ehrenamtliche Engagement haben Sie gestemmt und darauf können Sie stolz sein.“ Dieser vorbildliche Einsatz der vielen Helfer sei beispielhaft für die Bedeutung des Ehrenamts und deshalb habe er dieses Thema zum Motto des Abends gemacht.

Landesbischof Frank Otfried July (links) trägt sich bei Bürgermeister Frank Schroft in das Goldene Buch der Stadt Meßstetten ein.
Landesbischof Frank Otfried July (links) trägt sich bei Bürgermeister Frank Schroft in das Goldene Buch der Stadt Meßstetten ein. | Bild: Günther Töpfer

Eindringlich untermauerte der Festredner den hohen Stellenwert des Ehrenamts. Ehrenamt habe nämlich einen vielfachen Mehrwert, gebe Orientierung, halte die Gesellschaft zusammen und brauche gute Unterstützung. Das Ehrenamt habe sich jedoch gewandelt und deshalb müssen alle lernen, dass das nicht mehr so selbstverständlich wie früher ist. Daher sei es wichtig, dass Ehrenamtliche sich mit ihrem Engagement auch gewürdigt und wertgeschätzt fühlen.

Landesbischof Frank Otfried July bei seiner Festrede.
Landesbischof Frank Otfried July bei seiner Festrede. | Bild: Günther Töpfer

Eine Ehrenamtskultur sei die Basis für jede ehrenamtliche Arbeit und auch hier entwickle sich die Kirche weiter. Die Kirche ermutige Menschen in den Kirchengemeinden, in Kontakt mit anderen Menschen zu treten und oft würden dabei Kontakte und Freundschaften entstehen. Landesbischof July schloss seine Ausführungen mit der Überzeugung, dass hier die Zukunft einer lebendigen Bürgergesellschaft liege und deshalb gelte allen sein Dank, die ein Ehrenamt innehaben.

Große Beachtung fand die Rede von Bürgermeister Frank Schroft, der vor mehr als 500 Besuchern, darunter Landrat Günther-Martin Pauli und vielen Bürgermeisterkollegen aus der Region, über die Fortschritte der Konversionsbemühungen berichtete.

Wichtiges Signal für die Zukunft

Mit der Nachnutzung des Konversionsgeländes (ehemalige Zollernalb-Kaserne) sei ein wichtiges Signal für die Zukunft der Stadt verbunden. Zum ersten Mal sei nämlich nach langer Zeit ein positives Signal „Meßstetten wird Standort einer der 21 Bezirksforstdirektionen des Landes“ aus Stuttgart gekommen. Ebenso forciert der Landkreis aktuell die Prüfung von Teilauslagerungen der Landkreisverwaltung auf den Geißbüh, so Landrat Pauli. Bürgermeister Schroft sprach von einem ersten Anfang, dem bekanntlich nach Hermann Hesse ein „Zauber innewohnt“.

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Nachdem auch die Schwäbische Alb zu den Tourismusregionen in Baden-Württemberg gehöre, wolle man alles tun, um das Tourismusangebot zu optimieren. Entsprechend seiner eigenen Idee werde die Einführung eines „Runden Tischs“ zur Erstellung einer Tourismusstrategie erfolgen. Zur Entwicklung einer einheitlichen, modernen, intelligenten und ansprechenden Strategie zur Förderung des Tourismus werden Gastronomie, Handel, Gewerbe, sowie die Expertise vom Tieringer Feriendorf nebst den Vertretern der Gesundheitsberufe und der Politik mit ins Boot geholt.

Zusätzliche Pflegeeinrichtung

Die Bemühungen um eine zusätzliche Pflegeeinrichtung und um das Ärztehaus seien in vollem Gange. Frank Schroft zeigte sich zuversichtlich, dass man bald mit der Benevit-Holding eine konzeptionelle Planung präsentieren könne. Zur Realisierung habe der Gemeinderat mit dem Grunderwerb bereits eine wegweisende Entscheidung getroffen. Bürgermeister Schroft: „Ich kann Ihnen heute mitteilen, dass die Stadt das notwendige Grundstück mit einer Größe von 4965 Quadratmetern links der Hossinger Straße aufgekauft hat.“

Zahlreiche Ehrungen beim Bürgerempfang

Zur Verbesserung der Sportstätten werde er dem Gemeinderat als wesentlichen Baustein der Anstrengungen in Kürze eine Machbarkeitsstudie für die Herstellung eines Kunstrasenplatzes auf dem Sportplatz Eichhalde vorstellen. Als erste Maßnahme werde dazu pünktlich zu den Sommerferien die Fertigstellung des Dirt-Parks angestrebt. Einen weiteren Höhepunkt erhielt der Bürgerempfang passend zum Motto des Festredners mit der feierlichen Ehrung zahlreicher Bürger, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Gemeinderat und in den Ortschaftsräten engagieren. Für die musikalische Umrahmung des Bürgerempfangs sorgten Katja Steidle und Ferdinand Raiber aus Heinstetten.

Passend zum Thema des Festredners gab es beim Bürgerempfang erstmals Ehrungen. Bürgermeister Frank Schroft (rechts) mit den geehrten Stadt- und Ortschaftsräten.
Passend zum Thema des Festredners gab es beim Bürgerempfang erstmals Ehrungen. Bürgermeister Frank Schroft (rechts) mit den geehrten Stadt- und Ortschaftsräten. | Bild: Günther Töpfer