„Ich bin überglücklich“, war ihr erster Kommentar zu dem zumindest in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten Wahlsieg. Ihr schärfster Konkurrent Timo Egger aus Ravensburg schlug sich mit 27,7 Prozent achtbar. Die weiteren Kandidaten Carsten Lederer aus Horgenzell mit 3,8 Prozent, Roland Bodenmüller aus Herbertingen mit 0,8 Prozent und Alexander Roß mit 1,0 Prozent der Stimmen waren weit abgeschlagen. Die Wahlbeteiligung lag bei stolzen 73 Prozent.

Schon bei der Auszählung der im Rathaus abgegebenen Stimmen zeichnete sich früh ab, dass Sandra Flucht das Rennen machen würde. Zu hoch stapelten sich die Stimmzettel bei ihrem Namen, als dass es nach einem zweiten Wahlgang aussehen würde. Pünktlich um 19.30 Uhr trat dann Bürgermeister Hans Gerstlauer auf die Rathaustreppe, wo er über 550 Bürger auf dem Saalplatz begrüßen durfte. Außerdem waren die Musikkapellen der Gemeinde angetreten. Gerstlauer dankte zunächst allen Kandidaten, dass sie sich zur Wahl gestellt haben und dass sie einen überaus fairen Wahlkampf führten.

„Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zur gewonnenen Wahl“, rief Gerstlauer seiner Nachfolgerin im Amt Sandra Flucht unter dem brausenden Applaus der Menschenmenge zu. Für ihr neues Amt wünschte er ihr Freude, Kraft und Mut in den kommenden acht Jahren.

Die Wahlsiegerin zeigte sich überglücklich zusammen mit ihrem Mann Joachim sowie den beiden Kindern Selina (zehn Jahre) und Nico (vier Jahre) auf der Rathaustreppe den Bürgern. Zuvor überreichte der Amtsinhaber ihr einen bunten Blumenstrauß. „Ich stehe vor Ihnen und bin überwältigt“, rief Sandra Flucht sichtlich gerührt, bevor sie ihren Mann und die Kinder in den Arm nahm.

Nach Musikstücken ging es in den Bürgersaal, wo sich die neue Bürgermeisterin feiern lassen konnte. Die vergangenen fünf Wochen im Wahlkampfmodus bezeichnete Sandra Flucht im Gespräch mit dem SÜDKURIER als ihr „längstes Bewerbungsgespräch“ in ihrem Leben. Sie freue sich über das eindeutige Ergebnis. „Ich bin in den vergangenen Wochen ganz tief in die Gemeinde Wilhelmsdorf eingetaucht. Dabei habe ich viele tolle Menschen kennen gelernt.“ Sandra Flucht plant ihren Amtsantritt zum 1. Juni, „sofern Oberbürgermeister Brand mich als Ailinger Ortsvorsteherin gehen lässt“, schmunzelte sie. An ihrem ersten Tag will sie mit dem Rathausteam zusammen sitzen, um sich näher kennen zu lernen. Schon zuvor möchte sie am morgigen Dienstag die anstehende Gemeinderatssitzung besuchen, um sich auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten.

Ihre Stelle in Ailingen wird jetzt öffentlich ausgeschrieben. Flucht glaubt, dass es einen relativ reibungslosen zeitlichen Übergang geben wird. „Ich habe ja mit meinen drei ehrenamtlichen Stellvertretern Bruno Kramer, Evi Geisler und Peter Mohr ein tolles Team im Ailinger Rathaus.“

Der zweitplatzierte Timo Egger, Bürgermeister der Nachbargemeinde Fleischwangen, trug seine Niederlage mit Fassung. „Ich liege nicht am Boden. Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich irgendwo eine Neue“, sagte er nach der Verkündung des Ergebnisses.