Wilhelmsdorf – Wer zur Eröffnung der 32. Saison am Sonntag, 9. April, das Wilhelmsdorfer Museum für bäuerliches Handwerk und Kultur besucht, der wird von einer rustikalen neuen Gestaltung des Eingangsbereiches überrascht sein. Museumschef Sepp Schelshorn und seine Helfer entfernten die Hecke an der Straße entlang und bauten einen Zaun aus Lärchenholz, wie er schöner zu dem Museum kaum passen könnte. „Dieses besondere Zaunholz kam gerade noch rechtzeitig zum Auftakt der Saison“, freut sich Sepp Schelshorn. Passend zum Palmsonntag werden die Besucher dann von drei Eseln aus Pfaffenhausen bei Memmingen begrüßt, die in einem Pferch auf der Museumswiese vor der Kapelle die Gäste begrüßen. Besitzerin Theresa Wölfle beantwortet alle Fragen rund um die Eselhaltung. Vor allem Kinder dürfen die Tiere streicheln.

Der Tag im Museum, das von 13 bis 17 Uhr geöffnet ist, steht ganz unter dem Eindruck des Palmsonntags und des kommenden Osterfestes. Dabei spielt der Esel eine besondere Rolle. Dieses Tier begleitet Jesus nicht erst auf seinem letzten Weg nach Jerusalem. Er steht schon am Anfang seines Lebens im Stall zu Bethlehem und hilft der Heiligen Familie damals auf der Flucht nach Ägypten. Der Esel gilt nach den Worten des Propheten Sacharja als Sinnbild für den gewaltlosen Friedenskönig Jesus.

Am ersten Tag der Karwoche sind im Museum farbenprächtige Palmen zu bewundern, geschmückt von Museumschefin Elfriede Schelshorn. Diese Palmen mit Eierkronen, Buchszweigen und Holunderkreuzchen sind die Wahrzeichen des Palmsonntags. Einer der Palmen wird von einem Arma-Christi-Kreuz geschmückt, das Sepp Schelshorn vor vielen Jahren selbst schnitzte. Unter Arma-Christi-Kreuz ist ein Werk der Kunst oder Volkskunst zu verstehen. Dargestellt werden die Leidenswerkzeuge des Herrn, wie Dornenkreuz, Kreuzesnägel, Zange, Rohr, Lanze samt Leiter und Hahn am Kreuz. Von Elfriede Schelshorn gebundene kleinere Palmen, die kirchlich gesegnet sind, können im Museum an diesem Tag erworben werden.

Neben der Besichtigung der Museumsräume mit tausenden von Ausstellungsstücken haben die Besucher die Möglichkeit, zehn Künstlern aus der Region Bodensee-Oberschwaben über die Schulter zu schauen. Sie demonstrieren in der vorösterlichen Zeit, wie Eier mit verschiedenen Techniken verziert werden können. Vom Tauben- bis zum Straußen-Ei sind alle Größen zu finden. Die Künstler sind im Museum verteilt. Dabei kann neben vielem anderen auch die neue Vitrine mit Werkzeugen und Wanderbüchern des Gerberhandwerks besichtigt werden, die neu gestaltet ist.

Einen Abstecher wert ist der gepflegte Bauerngarten neben dem Haus. Er zeigt die ganze Pracht der Frühlingsblumen. Neu steht im Museums-Schuppen ein alter Rennschlitten vom Ende des 19. Jahrhunderts aus Sigmarshofen im Kreis Ravensburg. Mit einem solchen prachtvollen Schlitten fuhren in früheren Zeiten die wohlhabenden Bauern zur Kirche oder in die Stadt zum Einkaufen. Die Volkstanzgruppe Zocklerland bietet unter dem ausladenden Museumsdach Kaffee, Kuchen und weitere Stärkungen an.

Wer den Museumsauftakt versäumt, der hat am Ostersonntag von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, viele der Osterschönheiten in einer Ausstellung in der Museumsscheune zu bewundern. Neben den Stücken, die die Künstler eine Woche zuvor gefertigt haben, sind aus den Beständen des Museums viele Gegenstände zu sehen, die sich mit Ostern und Osterbräuchen beschäftigen.

Museum und Künstler

  • Das Private Museum für bäuerliches Handwerk und Kultur in Wilhelmsdorf ist bis Ende Oktober jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen von Gruppen ab zehn Personen sind jederzeit nach Vereinbarung möglich. Terminabsprachen werden unter Telefon 0 75 03/17 16 entgegengenommen.
  • Künstler im Museum: Mike Meisterling, bemalte Eier, Aichstetten; Herta Maier, Wachstechnik, Schliersee; Karin Beckert, bemalte Eier, Pfrungen; Edmund Bulander, gefräste Eier, Illmensee; Maria Rossknecht, Oki-Arbeiten, Pfullendorf; Irmgard Metzger, Stickereien auf Eiern, Wilhelmsdorf; Moni Metzger, Genähtes und Gebasteltes zur Osterdekoration, Wilhelmsdorf; Ute Dieing, Osterhasen und Eier aus Schokolade, Zußdorf; Silvia Schuhmacher, Korbwarten, Friedrichshafen-Ettenkirch; Heinrich Zierenberg, Vögel, Fische und Schmetterline aus Holz gefräst, Wilhelmsdorf