Wenn das Wilhelmsdorfer Museum für bäuerliches Handwerk und Kultur seine Türen zur neuen Saison öffnet, dann ist der Frühling nicht mehr weit. Die Freunde des Museums freuen sich also nicht nur auf wärmeres Wetter mit angenehmen Temperaturen, sondern auch darauf, dass die 31. Saison vom Museums-Ehepaar Elfriede und Sepp Schelshorn eingeläutet wird.

Am Palmsonntag, 20. März, erwartet die Besucher zwischen 13 und 17 Uhr ein traditionell reichhaltiges Programm. An diesem Tag werden zehn Künstlerinnen und Künstler aus ganz Oberschwaben in der Bauernstube, dem Trachtenraum, im Stall und in der Museumsscheune ihre speziell auf die Osterzeit abgestimmten Kunstwerke zeigen. Vor den Augen der Museumsbesucher werden die Volkskünstler demonstrieren, welche Fertigkeiten sie besitzen und anwenden, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Die Mitglieder der Volkstanzgruppe Zocklerland bieten aus der Museumsküche heraus Kaffee und Kuchen an. Doch schon Tage und Wochen zuvor war Museumschefin Elfriede Schelshorn damit beschäftigt, kleine Palmen zu binden und reichlich zu verzieren. Diese werden kurz vor dem Palmsonntag am Josefstag, 19. März, von Prälat Ernst Rössler aus Hasenweiler geweiht.

Wer zum Saisonauftakt nicht kommen kann, der hat dann am Ostersonntag von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, viele der Osterschönheiten in einer Ausstellung in der Scheune zu bewundern. Neben dem, was die Künstler eine Woche zuvor gefertigt haben, gibt es aus den Beständen des Museums viele Sammelstücke zu bewundern, die sich mit Ostern und Osterbräuchen beschäftigen.

Erstmals im Wilhelmsdorfer Museum sind zwei aus Oberschwaben stammende Hinterglasmalereien aus der Zeit zwischen 1720 und 1730 zu bewundern, die jetzt die Sammlung Schelshorn ergänzen. Gespendet wurden die Kunstwerke von Helga-Helen Schreiber aus Konstanz. Eines der Hinterglasbilder zeigt Christus, das zweite die schmerzhafte Muttergottes. Sie werden in der Museums-Kapelle einen würdigen Platz finden, wie Sepp Schelshorn verspricht.

Rechts vom Eingang unter dem Museumsvordach ist vor der uralten Weinpresse ab sofort eine eichene Holzrinne zu sehen. In diesem Gerät etwa aus der Zeit um 1750 wurden früher Obst oder Trauben mit einem Mühlstein zerquetscht, um Saft und Trester zu gewinnen. Die rund drei Meter lange Holzrinne, entsprechend schwer, erhielt Schelshorn von der Stadt Oberdorf am Neckar, die eine Sammlung auflöste. Der Museumschef und sein immer hilfsbereiter Freund Rolf Metzger holten das neue Museumsstück nach Wilhelmsdorf.

Ein weiterer Höhepunkt im Museumsjahr wird das offene Volksliedersingen mit Stellen des Maibaums sein. Beginn am 30. April ist um 19 Uhr vor dem Museum. Auftreten wird die Volkstanzgruppe, die ihr Können auf der Wiese vor der Kapelle zeigen wird. Anschließend gibt es in der Museumsscheune eine kleine Bewirtung.

Das private Museum für bäuerliches Handwerk und Kultur in Wilhelmsdorf ist bis Ende Oktober jeweils am ersten und dritten Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen von Gruppen ab zehn Personen sind jederzeit nach Vereinbarung möglich. Terminabsprachen werden unter Telefon 0 75 03/17 16 entgegen genommen.


Künstler im Museum

Karin Beckert, Wilhelmsdorf.

Anneliese Mücke, Vogt.

Edmund Bulander, Illmensee.

Irmgard Metzger, Wilhelmsdorf.

Maria Rossknecht, Pfullendorf.

Heinrich Zierenberg, Wilhelmsdorf.

Moni Metzger, Wilhelmsdorf

U. Dieing, Zußdorf

Silvie Schuhmacher, Ettenkirch