Die Gemeinde Wald wird mit der Regionalnetze Linzgau GmbH in Pfullendorf einen Betriebsführungsvertrag abschließen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stimmten die Gemeinderatsmitglieder geschlossen für diesen Vorschlag der Verwaltung. Wald und seine Ortsteile gehört zum Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Wald. Die Gemeinde führt seit Jahren die Wasserversorgung als Eigenbetrieb.

Für Betriebsführung derzeit der Bauhof zuständig

Alle zugehörigen Orte werden mit Trinkwasser über das mehr als 50 Kilometer lange gemeindliche Wasserversorgungsnetz beliefert und rund 5000 Einwohner mit frischem Wasser versorgt. Zuständig für die Betriebsführung der Eigenversorgung ist derzeit der Bauhof der Gemeinde. Bei größeren Schäden jedoch, darunter Wasserrohrbrüche, und bei anderen Reparatur- und Wartungsarbeiten am Verteilungsnetz benötigte die Gemeinde Unterstützung. Diese kam durch die Regionalnetze Linzgau aus Pfullendorf.

Trinkwasserverordnung macht Änderung notwendig

„Trinkwasser ist natürlich das Lebensmittel Nummer Eins und wird am besten kontrolliert“, erklärt Bürgermeister Joachim Grüner. Die gültige Trinkwasserverordnung besage, dass nur Personen mit einer entsprechenden Ausbildung Arbeiten am Wasserversorgungssystem vornehmen dürfen. Früher habe es Wassermeister gegeben, auch in der Gemeinde Wald. Diese seien aber schon lange im Ruhestand. Die Arbeiten waren in den vergangenen Jahren vom Bauhof durchgeführt worden. Durch die aktuellen Bestimmungen sei das nicht mehr möglich, weshalb die Gemeinde bereits mehrfach die Regionalnetze Linzgau für diverse Arbeiten zur Hilfe holen musste. „Selbst wenn die Mitarbeiter des Bauhofes technisch in der Lage sind, die Aufgaben selbst zu erledigen, ist dies ohne entsprechende Ausbildung nicht mehr erlaubt“, betont Grüner. Die Betriebsführung der Wasserversorgung durch einen Dritten sei daher notwendig.

Joachim Grüner, Bürgermeister: „Selbst wenn die Mitarbeiter des Bauhofes technisch in der Lage sind, die Aufgaben selbst zu erledigen, ist dies ohne entsprechende Ausbildung nicht mehr erlaubt.“
Joachim Grüner, Bürgermeister: „Selbst wenn die Mitarbeiter des Bauhofes technisch in der Lage sind, die Aufgaben selbst zu erledigen, ist dies ohne entsprechende Ausbildung nicht mehr erlaubt.“ | Bild: Christl Eberlein

Ein Vertrag mit der Regionalnetze Linzgau liege nicht nur wegen der bisherigen Zusammenarbeit nahe, sondern auch, weil diese bereits seit sieben Jahren eine Vereinbarung mit dem Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Wald habe. „Die Arbeiten, die die Regionalnetze bisher für uns erledigt haben, mussten wir natürlich extra bezahlen. In einem Vertrag sind viele Arbeiten in der Betriebsführungspauschale mit drin“, berichtet Grüner. Wartung, Kontrolle und Bereitschaftsdienst rund um die Uhr sei in einer vertraglichen Vereinbarung enthalten. Beliebte Zeiten für Zwischenfälle im System seien freitags, samstags, sonntags oder an Feiertagen. So auch in Wald. Diese Notfälle seien dann zukünftig über die Bereitschaft abgedeckt und verursachten auch keine Zusatzkosten.

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Insgesamt werde für den Vertrag mit der Regionalnetze Linzgau ein Betrag von jährlich knapp 18 000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer anfallen. Das sei ziemlich genau der Betrag, den der Bauhof bisher auch pro Jahr für die Arbeiten am Wassernetz des Ortes aufwenden musste.

Keine Erhöhung des Wasserpreises durch den Vertrag

Eine Erhöhung des Wasserpreises für die Einwohner werde es durch den Abschluss des Betriebsführervertrages nicht geben, sagte Bürgermeister Grüner. Er nehme nun die Verhandlungen mit der Regionalnetz Linzgau auf, sodass im ersten Quartal 2021 ein Vertrag zustande komme.