Lange Schlangen bildeten sich vor der Zehn-Dörfer-Halle in Wald. Die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes Walbertsweiler hatte zum Blutspenden aufgerufen und dieser Bitte folgten trotz Corona-Krise exakt 298 Spendenwillige. „Es kamen mehr Blutspender denn je als an den Terminen in den vergangenen zwei Jahren. Sagenhaft!“, ist DRK-Bereitschaftsleiterin Annette König total begeistert.

16 Entnahmebetten standen in der Halle bereit. Beim den Aufbauten für die Blutspenden wurde genau auf die vorgeschriebenen Abstände geachtet.
16 Entnahmebetten standen in der Halle bereit. Beim den Aufbauten für die Blutspenden wurde genau auf die vorgeschriebenen Abstände geachtet. | Bild: Christl Eberlein

Auch mit 21 Erstspendern verzeichnete die Bereitschaft eine Rekordzahl. 275 gefüllte Beutel nahm der Blutspendedienst mit. DRK-Helfer Patrick Wachter war von der Zusammenarbeit mit der Security angetan: „Es waren freundliche Leute, die uns auch beim Aufbau geholfen haben.“ Alle Anwesenden bekamen einen Mundschutz, und wer keinen Kugelschreiber dabei hatte, musste den selbst benutzten Stift vom Blutspendedienst mit nach Hause nehmen.

Vermehrt wurden Desinfektionsmittel aufgestellt. Wie die Desinfektion der Hände richtig durchgeführt wird, wurde am Eingang der Halle für alle sichtbar erklärt.
Vermehrt wurden Desinfektionsmittel aufgestellt. Wie die Desinfektion der Hände richtig durchgeführt wird, wurde am Eingang der Halle für alle sichtbar erklärt. | Bild: Christl Eberlein

„Blutspenden werden immer gebraucht“, sagte Miriam Fischer, Landkreisreferentin des Deutschen Roten Kreuzes für die Landkreise Sigmaringen, Reutlingen und Zollernalbkreis. Eines der obersten Gebote derzeit ist das Abstandhalten. Und dem kamen selbstverständlich alle Helfer und auch Spender in Wald nach. Mindestens eineinhalb Meter hielten die Wartenden vor der Halle Abstand. Auch in der Halle stand die Sicherheit aller Beteiligten an oberster Stelle. „Es gibt einige Unterschiede zu den sonstigen Blutspendeterminen“, erklärte Miriam Fischer vor dem Einlass am Nachmittag.

Fiebermessen am Eingang

Alle Helfer, das Abnahmeteam und auch die Spender durften die Halle nur nach einer Messung der Körpertemperatur betreten. „Wer Symptome einer Erkrankung zeigt, erhöhte Temperatur hat, mit einer an Corona erkrankten Person in Kontakt war oder sich in einem Gefahrengebiet aufgehalten hat, der kann selbstverständlich nicht an der Blutspende teilnehmen“, betonte Miriam Fischer.

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Zur Organisation der Fieberkontrolle und des reibungslosen Eintritts der Spender war am Montag ein zusätzliches Security-Team im Einsatz. Doch keiner der Spender musste wegen eines Corona-Verdachts abgewiesen werden. „Das Thema Corona wurde den ganzen Tag über von den Spendern nicht angesprochen“, so Fischer. Die besonderen Maßnahmen waren jedoch sicher allen Spendern aufgefallen.

Anmeldung per Internet wird genutzt

Auch Marion Lilienthal (41) aus Rast bemerkte die Unterschiede zu den sonstigen Spendenterminen. Direkt von der Arbeit gekommen, war sie eine der ersten Spender, die um 15 Uhr vor der Halle warteten. Sie gehe regelmäßig zur Blutspende, erklärte sie. Zum 42. Mal spendete sie am Montag das Leben rettende Elixier. Die Corona-Krise mache ihr keine Angst. „Ich helfe den Menschen gerne und die Spende tut auch mir selber gut“, erklärte sie. Sie hatte die Möglichkeit der Anmeldung ihrer Spende per Internet genutzt und kam zu der Zeit, die ihr bestätigt wurde, in die Zehn-Dörfer-Halle.

Mindestabstände werden streng eingehalten

„Bereits im Voraus konnten sich Spender einen Termin für den heutigen Tag reservieren lassen. Das wurde auch größtenteils in Anspruch genommen“, bestätigte Fischer. Aber auch Spender, die keinen Termin vereinbart hatten, wurden nicht abgewiesen. Sie bekamen eine Zeit genannt, an der noch Plätze frei waren. „Es sollten sich maximal 60 Personen gleichzeitig in der Halle aufhalten, damit die vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden können“, sagte die Landkreisreferentin.

Marion Lilienthal kam zur Blutspende nach Wald.
Marion Lilienthal kam zur Blutspende nach Wald. | Bild: Christl Eberlein

„Blutspenden ist eigentlich eine kuschelige Sache“, beschrieb der Pressesprecher des Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen in einem Telefongespräch die Atmosphäre der meisten Blutspendetermine und scherzte: „Wo liegt man sonst mit seiner Nachbarin zusammen, wie in einem Doppelbett? Doch auf diese Nähe müssen wir zur Zeit natürlich verzichten“, ergänzt er ernst. Denn von den Wartestühlen über die Anmeldepulte bis hin zu den Entnahmeliegen erfüllte der Aufbau der Blutspendeeinrichtung in der Zehn-Dörfer-Halle die strengen Vorschriften und Mindestabstände von wenigstens 1,5 Meter.

Weniger ehrenamtliche Helfer vor Ort

Auch waren deutlich weniger ehrenamtliche Helfer vor Ort als sonst. „Wir sind dieses Mal nur fünf Helfer über den ganzen Tag verteilt. Sonst sind rund 20 Helfer anwesend“, sagten Jonas Engel und Patrick Wachter von der Bereitschaft Walbertsweiler.