Schwester Michaele Csordás ist im 90. Lebensjahr in Freiburg verstorben. In Wald, dem Ort, an dem Schwester (Sr.) Michaele viele Jahre wirkte, fand die Benediktinerin von der heiligen Lioba vergangene Woche ihre letzte Ruhestätte. Die Oberstudienrätin im Ruhestand, war lange Schulleiterin und Leiterin der Lehrwerkstätten der Heimschule Kloster Wald.

1951 als Kandidatin in das Kloster Wald eingetreten

Nach ihrem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und dem kanonischen Noviziat war Sr. Michaele an das Kloster Wald zurückgekehrt, in das sie 1951 als Kandidatin eingetreten war. Ab 1959 wirkte sie als Lehrerin, von 1973 bis 1997 als Schulleiterin an der Heimschule. 2007 wurde sie Oberin des Konvents. Die 70er Jahre stellten Sr. Michaele vor die Herausforderung, die identitätsstiftenden Traditionen der Schule zu wahren und zugleich so weiterzuentwickeln, dass sie den Bedürfnissen der neuen Generation gerecht wurde. In den 80er Jahren standen die Renovation und der Ausbau des ganzen Hauses als mehrjährige „Großbaustelle“ an. 1994 erfolgte die Übergabe der Schulträgerschaft vom Orden an die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.

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„Seele der handwerklichen Ausbildung“

Im April 2009 wurde Sr. Michaele Csordás mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg in Anerkennung ihrer Lebensleistung um die Ausbildung und Erziehung junger Menschen und die Heimschule Kloster Wald durch den damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger ausgezeichnet. Als Leiterin der Werkstätten förderte sie tatkräftig den Ausbau und die Weiterentwicklung der schulbegleitenden handwerklichen Ausbildung der Schule. Im Juni 2009 wurde Sr. Michaele als Werkstattleiterin der Heimschule verabschiedet. Der Stiftungsdirektor der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg hatte die „Handwerksmutter“, wie sie liebevoll genannt wurde, bei der Verabschiedung als „Seele der handwerklichen Ausbildung“, „Leuchtturm“ und „Powerfrau“ bezeichnet. „Niemand wird sie je vergessen. Ihre großartige Leistung für die Menschen bleibt. Sie haben sehr viel für die Anerkennung des Handwerks getan“, hatte Joachim Möhrle, der damalige Präsident der Handwerkskammer Reutlingen in der Feierstunde unterstrichen.

Vergangenes Jahr ihr diamantenes Profess gefeiert

Sr. Michaele war eine Frau von großer Belesenheit, Kreativität, war musisch begabt und konnte wunderbar Theater spielen. Sie besaß Humor, liebte das Bonmot und das geistreiche Gespräch, beschreibt sie das Mutterhaus. Die letzten Jahre verbrachte die Ordensschwester aufgrund gesundheitlicher Einbrüche im Mutterhaus des Ordens in Freiburg-Günterstal. Im Juli 2020 feierte die Ordensschwester ihre diamantenes Profess. Am 3. Januar verstarb sie im Kloster St. Lioba im Alter von 89 Jahren.