Der Garten von Ashgar Khoshnavaz ist nicht systematisch durchgeplant oder durchgestylt, man sieht ihm an, dass er im Laufe der Jahre gewachsen ist. Ein Naturgarten, dessen Rasenflächen mit kleinen, wilden Blumeninseln durchsetzt ist. Hier wachsen Löwenzahn und Wiesenschaumkraut. Auffällig sind die vielen Bäume. Die meisten hat Khoshnavaz selbst angepflanzt und nicht wenige als kleine Setzlinge, die inzwischen mächtig groß geworden sind. Mit Stecklingen sorgt der Keramiker stets für Nachwuchs, vor allem bei den Rosen. Wildrosen, Beet- und Kletterrosen – über 100 Rosenstöcke dürften es mittlerweile auf dem Grundstück sein.

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Noch vor den Forsythien beginnt die Japanische Zierquitte zu blühen, dicht gefolgt von der Japanischen Zierkirsche. Zu dem Baum haben Ashgar und seine Frau eine besondere Beziehung, denn Aiko stammt aus Japan. Dort wird im Frühjahr mit „Hanami“ die Schönheit der Kirschblüte zelebriert. „In Kyoto haben wir über Kilometer nichts als rosa Kirschblütenwolken bewundert“, erzählt der 79-jährige Raku-Künstler. Die Früchte der Zierkirsche sind nicht essbar, doch das macht nichts, an Obst mangelt es im Garten nicht. Es gibt Quitten, Himbeeren, Süßkirsche, Äpfel, Mirabellen...

Ashgar Khoshnavaz wurde in Tabriz im Iran geboren und lebt seit 1987 in Wald.
Ashgar Khoshnavaz wurde in Tabriz im Iran geboren und lebt seit 1987 in Wald. | Bild: Johanson, Kirsten
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Auch zum Maulbeerbaum kann Khoshnavaz eine persönliche Geschichte erzählen: „Maulbeerbäume kenne ich noch aus dem Iran, ich habe als Schüler immer von den Beeren genascht.“ Ein selten gewordener heimischer Baum, die Elsbeere, hat ebenfalls einen Platz im Garten. Die Steinmännchen und Glasbrocken, die wie der Bergkristall-Schatz eines Gartenzwergs wirken, unterstreichen die wild-romantische Stimmung. Bei den Glas handelt es sich um Abfallprodukte einer Glaswerkstatt aus Herrischried. Märchenhaft sind auch die vielen Keramik-Objekte, die man zwischen den Blumen liegend und in den Ästen hängend entdeckt.

In den Bäumen hängt dekorativ Keramik, die beim Brand in einer Glaswerkstatt missglückt ist.
In den Bäumen hängt dekorativ Keramik, die beim Brand in einer Glaswerkstatt missglückt ist. | Bild: Johanson, Kirsten

Übrigens: Eine Galerie gibt es auch in der Sankertsweilerstraße. Sie kann nach Voranmeldung besichtigt werden (Tel. 0 75 78-15 55). Hier sind nicht nur Raku-Keramiken von Khoshnavaz zu sehen, sondern auch Arbeiten befreundeter Künstler. Wer Ashgar Khoshanvaz einmal live erleben und aus Ton eine japanische Teechale töpfern möchte, kann am Samstag, 12. Juni, einen Raku-Workshop im Haus der Natur in Beuron besuchen.

Die rosaroten Schalenblüten der japanischen Zierquitte zeigen sich oft schon im März vor dem Laubaustrieb. Die Mini-Quitten sind sogar essbar.
Die rosaroten Schalenblüten der japanischen Zierquitte zeigen sich oft schon im März vor dem Laubaustrieb. Die Mini-Quitten sind sogar essbar. | Bild: Johanson, Kirsten