Sandra Häusler

Der Eigenbetrieb Wasser der Gemeinde Wald verzeichnete in 2020 einen stattlichen Wasserverlust von 100 000 Kubikmetern. Das bedeutet, zwischen der Bezugsmenge vom Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Wald und der Verkaufsmenge an die Haushalte liegen stattliche 100 000 Kubikmeter, deren Kosten nicht gedeckt werden. Die Volumen von einem Kubikmeter Wasser entspricht einem Würfel mit einem Meter Kantenlänge. Somit entspricht der Wasserverlust bildlich gesehen dem Volumen von einem Würfel mit über 46 Metern Kantenlänge.

Wasserverlust von 42 Prozent

„Ein Wasserverlust von 42 Prozent ist deutlich zu hoch“, stellte Kämmerer Tobias Keller bei der Vorstellung des Wirtschaftsplanes für den Eigenbetrieb Wasser 2021 klar. Normal sei ein Schnitt von bei zehn Prozent beim Wasserverlust. Und auch Bürgermeister Joachim Grüner stellte fest: „Wir müssen ein Konzept für die Leckortung erstellen, in Zusammenarbeit mit den Regionalnetzen Pfullendorf, die mit der Betriebsleitung beauftragt sind.“ Das gemeindliche Wasserversorgungsnetz über das rund 5000 Menschen mit frischem Wasser versorgt werden ist mehr als 50 Kilometer lang.

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2020 über 100 000 Euro mehr für das Leitungsnetz nötig

Im Jahr 2019 lag der Wasserverlust bei 75 000 Kubikmetern. Die Gemeinde vermutete vor Längerem einen Teil des Wasserverlustes im Ortsteil Löcherberg und ging diesem Verdacht nach, allerdings blieb die Suche erfolglos. Für den Eigenbetrieb sind die Kosten durch den Wasserverlust und durch Rohrbrüche schmerzlich. Bereits im Jahr 2020 musste der Eigenbetrieb über 100 000 Euro mehr in den Unterhalt des Leitungsnetzes stecken, bestätigt Kämmerer Tobias Keller. Trotz dieser Verluste und Kosten bleiben die Wasserbezugsgebühren in diesem Jahr stabil. Künftige Investitionen im Wasserbereich sind aufgrund der höheren Investitionen nur durch eine Kreditaufnahme möglich. In 2021 können diese aus noch Rücklagenmitteln abgefedert werden.

Auch beim Abwasser warten hohe Kosten

Auch im Eigenbetrieb Abwasser liegen hohe Kosten bereits in Sichtweite. Der Betrieb von Kläranlagen bedarf einer wasserrechtlichen Genehmigung. 2022 läuft die wasserrechtliche Genehmigung der Kläranlage in Wald aus und muss neu beantragt werden. Erfahrungsgemäß kommen damit meist Kosten auf die Gemeinde zu. Die Gemeinde hat zudem die Auflage, bis 2024 eine Phosphatanlage in der Kläranlage zu installieren. Die Überschüsse aus der Abwasserbeseitigung werden für entsprechende Finanzierungen der erforderlichen Investitionen zurückgelegt.