Herr Beyer, die Schule hat aus dem Corona-Sofortausstattungsprogramm des Bundes 10 000 Euro für die Ausstattung von Schülern mit mobilen Endgeräten erhalten. Wie viele Endgeräte konnten angeschafft werden, sind diese schon im Einsatz? Wie groß ist die Nachfrage?

Ja, wir haben 15 iPads inklusive Schutzhüllen und iPad-Koffer bestellt. Außerdem noch zwei Notebooks. Leider sind die 15 bestellten iPads immer noch nicht da, im Gegensatz zu den Schutzhüllen und zum iPad-Koffer. Unser IT-Fachmann erhält beinahe wöchentliche Lieferterminverschiebungen von seinem Großhändler. Der Markt ist momentan ziemlich leergefegt. Glücklicherweise konnte uns das Kreismedienzentrum aushelfen und hat uns einen Koffer mit 15 iPads ausgeliehen. Diese nutzen wir für die Kinder in der Notbetreuung. So können wir auch dort die Teilnahme an Videokonferenzen oder die Arbeit an der Anton-App (Lern-App) ermöglichen. Ausleihgeräte für die Schüler im Fernunterricht haben wir allerdings keine.

Musste auf die Geräte eine spezielle Software aufgespielt werden?

Die Apps zu Moodle/BigBlueButton (Lernplattform/Webkonferenzen) oder zu Anton wurden auf den Geräten des Kreismedienzentrums bereits vorinstalliert.

Wie ist es mit Schülern, die überhaupt kein Internet haben?

Kinder, die kein Internet haben, können Tagespläne und Lernmaterialien in der Schule abholen oder sich postalisch zuschicken lassen. In Telefonsprechstunden werden dann eventuelle Probleme mit der Klassenlehrkraft besprochen.

Schaffen die Grundschüler den Umgang beziehungsweise brauchen Sie Unterstützung der Eltern?

Zu Beginn war es natürlich eine besondere Herausforderung für Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Inzwischen funktioniert der Umgang bereits ganz gut, die Videokonferenzen laufen ebenfalls viel stabiler. Aber auch unsere Schülerinnen und Schüler werden immer selbstständiger, man muss sie oft nur noch an die Videokonferenzzeit erinnern. Manchen Eltern fällt es schwer loszulassen und die Kinder alleine die Videokonferenz besuchen zu lassen, aber schon aus Datenschutzgründen ist es nicht erlaubt, dass Dritte teilnehmen.

Wie läuft der digitale Unterricht an der GS Wald ab?

Wir informieren Kinder und Eltern über die Themeninhalte der Unterrichtsfächer auf verschiedenen Kanälen. Das geschieht über Mailing, moodle und zur Not eben auch postalisch. So konnten Kinder oder Eltern auch die notwendigen Arbeiten erledigen, als sie nicht in moodle reingekommen sind. Inzwischen läuft es allerdings ziemlich stabil. Die Kollegen erstellen Tageskurse bei moodle und stellen dort täglich Aufgaben, Materialien, Lernvideos und den Button für die Videokonferenz ein. Jede Klasse hat täglich Videokonferenzen und wird über die Tagesinhalte informiert, die Kinder können dabei Fragen stellen. Manche Kollegen gestalten sogar mittels Videokonferenz den Großteil des Vormittages.

Wird Lehrern ein Laptop gestellt oder verwenden Lehrer ihre privaten Geräte?

Der Großteil der Lehrkräfte verwendet immer noch die eigenen Geräte, da die Dienstrechner noch nicht ausgeliefert wurden. Wir hoffen auf eine Versorgung mit Dienstgeräten zu Ostern.

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Wie ist der Stand bei den 60 000 Euro aus dem Digitalpakt?

Der Schulträger nutzt derzeit den Lockdown und treibt die Installierung von Kabelkanälen, Steckdosen, Accesspoints, etc. im Schulgebäude voran. Bauhof, Elektriker und IT-Fachmann leisten hier wirklich eine tolle Arbeit und arbeiten Hand in Hand – natürlich mit dem nötigen Abstand. Im nächsten Schritt erfolgen nun bald die notwendigen Ausschreibungen für die Endgeräte im PC-Raum und in den Klassenzimmern, dies wurde mir bereits zugesagt. Wir sind also auf einem sehr guten Weg.

Was ist mit der Notbetreuung in der GS Wald?

Im Moment nutzen 17 Kinder die Notbetreuung, Tendenz steigend. Wir arbeiten in mehreren Gruppen von 7.15 Uhr bis 12.35 Uhr mit den Kindern.

Nachmittags gibt es keine Notbetreuung in der Grundschule?

Nachmittags gibt es keine Betreuung. Die Gemeinde hat dazu ein Angebot in der ersten Woche nach den Weihnachtsferien gemacht, aber es gab keinen Bedarf von Elternseite. Wir hatten keine Anmeldung.

Hatten Sie Corona-Fälle an der Schule?

Wir hatten einen positiv getesteten Schüler und das Geschwisterkind war daraufhin mit in Quarantäne.