Wald – "Carpe Diem – Pflücke oder Nutze den Tag", unter dieses Motto stellte der Musikverein Wald sein festliches Jahreskonzert am ersten Weihnachtsfeiertag. "Carpe Diem" bedeute, mit offenen und wachen Sinnen den Tag zu genießen, erläuterte Vorsitzender Johannes Restle in seiner Begrüßung den rund 300 Besuchern.

Traditionell eröffnete die Jugendkapelle unter der Leitung von Karl-Josef Hübschle den Konzertabend. Vanessa Herdt (Querflöte), Julia Erath (Klarinette), Julia Marquart (Saxophon), Pirmin Bär (Trompete) und Julius Hensler (Schlagzeug) feierten ihr Debüt in der Jugendkapelle. Die Jungmusikanten hießen sie in ihrer Mitte herzlich willkommen. Acht Nachwuchsmusiker hatten in diesem Jahr mit Erfolg die D1- und D2-Prüfungen abgelegt. Durch das hochkarätige Konzertprogramm führten Eva Maria Hübschle und Mareike Hänsler.

Spannungsgeladen stieg die Jugendkapelle mit dem Welthit "Thriller" in ihre Darbietung ein. Danach verlegten sie die "Park Street Celebration" von James Swearingen kurzerhand in die Zehn-Dörfer-Halle und skizzierten musikalisch die nachdenklichen, besinnlichen und freudigen Stimmungen einer Feier. Die Variationen über ein Volkslied "Ein Männlein steht im Walde" folgten. Kein kleines Männlein, sondern ein gestandener junger Mann, Markus Seiberth, brillierte mit einem gefühlvollen Solo auf der großen Tuba. Janina Renz erweckte eingangs mit perlenden Querflötentönen "Die Moldau" von Bedrich Smetana zum Leben und nahm ihre Nachwuchsmusiker mit auf die fließende Reise. Leicht melancholisch, aber mitreißend erklang "The Second Waltz" von Dmitri Schostakovitsch.

Die "Stone Mountain Fantasy" von Ed Huckeby widmete sich mit einer Vielzahl von Schlagzeugstimmen, rhythmischer Lebendigkeit und Harmonien den Zeitzeugen der Erdgeschichte "Stone Mountain" in Georgia. Mit der Zugabe "It's Christmas Time" von Oliver Mann verabschiedeten sich die jungen Musiker nach langanhaltendem Applaus.

Der Musikverein Wald unter der Leitung von Jürgen Schatz brachte die Zuhörer mit der magischen Geschichte des Musical-Medleys "Aladdin" zum Träumen. Danach flogen sie mit dem symphonischen Gedicht zum gleichnamigen Sternbild "Cassiopeia". Die Musik erklang ebenso eindrucksvoll und ausdrucksstark, wie das Sternbild am Himmel leuchtet. Die bewegte Legende des Bernsteinzimmers erzählten die 54 Musikanten mit dem symphonischen Gedicht "The Legend of the Amber Room" von Michael Geisler nach. Musikalische und unvergessliche Filmmusik-Meilensteine von Hans Zimmer erklangen durch "Movie Milestones". Der Streifzug durch die Musik der deutschen Rock-Band "Scorpions" forderte die Musiker heraus und brachte selbst Dirigent Jürgen Schatz außer Atem. Mit Jubel und dröhnenden Applaus wurden die Musiker dafür belohnt.

Johannes Restle dankte den Dirigenten mit einem "Entspannungsgutschein" für die dreimonatige Konzertvorbereitung und den Musikern für ihren Einsatz. Den Aushilfsmusikerinnen Sabine Lohr und Elin Längle sowie den Moderatorinnen überreichte er eine kleine Aufmerksamkeit.

Dirigent Jürgen Schatz dankte der Kapelle: "Es waren einige Stücke dabei, die, bevor sie rocken konnten, den Musikern einiges abverlangt haben."

Mit den Zugaben "Don't stop me now" von Queen und "White Christmas" für alle, die sich weiße Weihnachten gewünscht hatten, verabschiedete sich der Musikverein.

Josef Kugler, Vorsitzender des Bezirkes III des Blasmusikverbandes Sigmaringen, beglückwünschte die Jugendkapelle für ihre Konzertleistung: "Die Jugendkapelle Wald ist nicht nur groß in der Anzahl, sondern auch groß und stark in der Leistung."

Jugendausbildung

Die systematische Jugendausbildung im Musikverein Wald begann 1980. Alle ein bis zwei Jahre startet eine neue Ausbildungsstaffel. Heute kommen die Ausbilder nahezu komplett von einer Musikschule. Lediglich Schlagwerk wird noch von zwei eigenen Ausbildern des Musikvereins unterrichtet. Die Jugendlichen legen das D1- oder D2-Musikerleistungsabzeichen ab, mit der ihr Leistungsstand am Instrument überprüft wird.

Die D1-Prüfung 2017 legten die Nachwuchsmusikanten Pirmin Bär, Luna Hensler, Milena Herdt und Julia Marquart ab. Die D2-Prüfung bestanden Luzia Bär, Carolin Sessler, Jessica Utz und Janina Renz mit Erfolg.